Druckschrift 
Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
Seite
11
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Wie mag er wohl in der Folge umsonst und zu spät bereut ha-den, als er alle Fäden der provisorischen Regierung in seinen Hän-den sah und alS er erkannte, daß ohne diesen Menschen sein Loosgewiß nicht so hart gewesen seyn würde. Was mochte er nachherwohl denken, als Herr Fouchs Minister wurde und noch andre, alser, von ihm betrogen waren. Es ist Herrn Fouchs gar nicht schwergeworden alle diejenigen hinzuopfern, die sich für ihn bei Napoleonverbürgt hatten. Sie wurden eMrt; er dachte nicht, daß auchan ihn die Reihe kommen, daß seine Gunst nur eine Folge derUeberraschung, nur ein bloßer Irrthum seyn könne; hat aber docham Ende, fern von seinem Vaterlande, einen sanfcern Tod gefun-den, als er verdient hätte, wenn das Verbrechen immer bestraftund stete Gerechtigkeit in der Welt geübt würde.

Wir wollen nun die vernehmlichsten Stellen iin Tagebuche, wovon Herrn Fouchs Rede ist, zusammen nehmen, damit wir nichtnöthig haben, uns weiter mit chm zu beschäftigen. Der Verfassergicbt (Bd. 4. S. 23 u. f.) einige Kunde über sein Verhalten mäh-rend der hundert Tage, aber sie «st unvollständig und keineswegeSgenau. Folgendes mag zur Berichtigung dienen.

2m April 1815 kommt eine von dem Grafen Metternich em-

pfohlne Person zu dem Banquier L. Der Banquier hat bei

einer langen Unterhaltung mit dieser Person vollkommen Gelegenheitzu bemerken, daß selbige einen diplomatischen Auftrag von größterWichtigkeit haben muß. Sie übergiebt ihm hierauf Namen undAdresse und man bedarf daher nicht der Hülfe der Polizei, um sieaufzufindm. Napoleon, dem der Banquier Nachricht von der Sachegiebt, läßt den Menschen (ehe er noch zu dem Minister gegangenist) zu sich kommen und ihn (ich glaube) durch den Herzog vonVicenza ausfragen. Man giebt sich dabei das Ansehen, alS wisseman mehr, als man wirklich weiß, kommt aber nach dem, was manaus dem Gespräche mit Herrn L.... abnehmen konnte, der Sachesehr nahe. Kurz man erklärt ihm, daß er arretirt sei und wenner nicht die Missiv, welche er mit anher gebracht habe, sogleichhcrausgäbe, als Spion behandelt und bestraft werden würde. Jetztrückte er mit dem Briefe des Herrn von Metternich an HerrnFouchs heraus. Man behielt den Emissair einige Tage lang In denAugen, dann gab man ihm seinen Brief wieder, um ihn an dieBehörde zu bestellen. Es war nicht mehr der nämliche Brief;man hatte alles daraus weggestrichcn, was gefährlich gewesen wäre Fouchs wissen zu lassen. Der Spion mußte Stich cbweigen an-geloben und war übrigens auch selbst dabet interessirt, cS zu beob-achten. An ihn erging die Drohung des Kaisers, von- welcher