Druckschrift 
Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

zu bringen, daß er selbst zu diesem Zwecke Herrn Onvrard absen-dete, so wie andere Ranke schmiedete, und mag sich nicht mit einemMenschen einlassen, den er sür sehr gefährlich hält, da man nieaus seine Treue rechnen kann. Der Herzog von Bassano, Reg»uaulc de St. Jean d'Angely, Real und mehrere andere Personenbesiegen jedoch seinen Widerwillen- So hatte denn Herr Fouch«sein Portefeuille blos diesen Fürsprechern und dem Einflüsse zu ver>danken, dem Napoleon aus Schwäche gegen sein inneres Gefühlund obschon er durch Erfahrung bereits gewitzigt war, dennoch nach-gab. Herr Fouchs incriguirt und wird mit dem Grasen von Met-ternich einig, der viel zu klug war, um nicht jetzt zum Vesten L)e-ftcrreichs von den Umständen Dortheil zu ziehen, wo daS Glück demAnscheine nach sich Napoleon wieder zuwendece. Er stand dahermit Herrn Fouchs im Briefwechsel und dieser checkte ihm alles mir,was in den Tuilericn vorging. Wir wollen die besonders merkwür-digen Gegenstände dieser Jntrigue näher ins Auge fassen. MitHülfe der Regentschaft und Napoleon des Zweiten zog er sich ge-schickt aus der Sache. Eben so gelang rS Ihm in einem andernFalle, weil er sich mit dem Hofe von Gent verstand. Man willsogar versichern, daß er sür jeden andern Fall seine Rolle gut gespielthätte und ich würde mich gar nickc darüber verwundern. Aber dereigentliche Haupcmoment sein Talent in vollstem Glanze zu zeigen,trat nach dem Verluste der Schlacht bei Waterloo ein. Die pro»visorische Regierung, die Maasregel derselben, die Abdankung, dieAbreise Napoleons alles das ist Herrn Fouch^s Werk. Wennman bedenkt, welche Schritte er chun mußce, welche heimliche Um-triebe nöthig, welche Mittel überhaupt anzuwenden waren, um beiPersonen, die ihn weder liebten noch schätzten, zum Zwecke zu ge-langen und die einander widerstrebenden Elemente so zu verbinden,daß wenigstens eine ephemere Vereinigung, hinreichend um süreinen Augenblick nur das Unmögliche möglich zu ma-chen, zu Stande zu bringen, so muß man gestehen, daß Herr Fouch«glückliche Anlagen für die Jntrigue hatte und man wird dieAnrede eines erfahrnen Kenners, der nach seiner Rückkehr vonWien: Willkommen, Meister unsrer aller! zu ihm sagte, sehr richtig finden.Aber es war doch noch etwas Bescheidnes in diesem Grusse; HerrFouch6 hatte sich bis jetzt nur als Meister in den nieder« Jncrigurngezeigt. Ihr Gelingen während der hundert Tage lag in den au-genblicklichen Verhältnissen, der Verlegenheit, worinncn man sich be-fand, der allgemeinen Unruhe, der Unsicherheit, der Ueberraschung,dem Mangel an festen oder bekannten Vorschriften. Es war mehrGlück als gutes Spiel, denn sein Treiben wurde entdeck!;Napoleon konnte cs mißlingen lassen und den Verräther bestrafen.