Kam nicht in euer Herz, dem Feinde ganz zu verzeihen,Ihn in Stillem zu segnen. O, dürft' auf die Krone denn
hoffen,
Wer nicht rein war von Gott? sogar vor dem eignen Ge-fühl nicht
Rein in der Stunde der Angst, traf's mächtiger ihn, daß
er Mensch sey?
Wer sich selber nicht mehr entrann und doch um ErbarmungZu dem erhabnen Versöhner nicht rief? und doch zu dem
Stolze
Wiederkehrte, zur eigenen Größe? sich selbst versöhnte?
Arme Ruhige, Sünder von Sündern, der letzte der Tage,Konnte nur er euch an euch mit seinem Schrecken erinnern?Und euch konnte doch jede der Stunden des fliehenden LebensMächtig lehren, daß über dem Grab ein Anderer richte,
Als ihr selbst! Erhebt euch und seht die Ruhigcrn alle!Schaut nun, welches Ziel ihr verfehltet! Ein anderer Weg gingNach dem Ziel. Demuth, mehr Menschlichkeit, hcißre GebeteHaben bis hin zu der Krone den Schritt der Sieger geleitet.Ihr habt niemals, wie sie, in Stunden wacherer NächteWeinend gerungen in tiefem Gebet. Ihr habet euch niemalsGanz des Elends erbarmt. Ihr habt die höchste der FreudenUnter den Freuden der Menschen und Engel niemals em-pfunden:
Jene Freude, den Seher des Himmels allein zum ZeugenUnserer Thaten zu haben, nur ihn; uns frömmer zu achten,Seliger, wenn den Menschen die That, so wir thaten, ver-hüllt war.