Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

Unter den Felfenhängen, wo etliche Todte mit dumpfem,Jetzo schnellem Geklirr diamantne Ketten bewegten.

Erst erschütterte Staunen, alsdann entflammtes Verlangen,Endlich enthüllt ihr Schicksal zu sehn, die Versammlung der

Tobten;

Nur enthüllt! so dürsteten Einige, was für ein neuesSchicksal auch hinter der Nacht, die jetzt sie umgäbe, sich hätteAus den Tiefen erhoben des unerforschlichen Richters.Gabriel blies die Posaune: Wir haben von seiner Geburt anEuch den Versöhner verkündet. Er forschet Alles, er weiß es,Wie ihr seitdem bis jetzo von Gott und von ihm gedacht

habt.

Nicht, wie ihr nun, da ihr ihn in seiner Herrlichkeit sehet,Aber, wie ihr zu der Acit der Verkündigung dachtet und

wünschtet,

Wird euch der Allgerechte und Allbarmherzige richten.Feierlich kamen die Engel, die einst des Versöhnenden BotenAn die Geister waren, herab, und sie standen vor Christus.Heller vom Tage, der war vor dem Göttlichen aufgegangen.Standen die Cherubim da, das Entsetzeu Vieler uud VielerWonnanblick. In furchtbarer Schöne begannen die EngelAufzusteigen, zu schweben, so weit die Gefilde der TiefeSich ausbreitetcn unter den Tobten, und niederzuschauen.Nahe war die Entscheidung hcrzugekommen, und GrauenVor dem erschütternden Donnerschlage befiel die Versammlung.Stiller ward die Stille; bald aber erscholl's in den weitenTraucrgcfildcn hier aus einem Bedräng und aus einemDort von Rufen, von schnellem, gebrochenen, flehenden Rufen