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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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Ich komme zurück. Um 2 Uhr kam der Lord mit sei-nem blinden Sohn, gleichsam die Philosophie mit der Dicht-kunst. Schöner, schöner Jüngling! die Unschuld hat deineWangen gezeichnet, die Liebe deine Lippen, die Schwärmereideine Stirne. Der Lord mit der Laudons-Stirne und miteinem heute mehr als in Hof verdunkelten schattigen Ge-sicht, an das die Flitterwochen der Jugend und die Marter-wochen des später» Alters vermischtes Helldunkel warfen,dieser trat heute fast wärmer zu uns, obwol mit lauter Zü-gen des Gefühls, daß das Leben ein Schalttag sei und daßer nur die Menschenliebe, nicht die Menschen liebe. Er sagte,wir sollten ihm und dem HofmedikuS den Gefallen thun,letzten noch heute in Maienthal zu besuchen und herzubrin-gen, weil er hier ohne Augenzeugen noch allerlei Anordnun-gen für die Ankunft des Fürsten zu vollenden habe; wir soll-ten aber in der Nacht mit Viktor wiederkommen, weil unserH. Vater morgen sehr frühe eintreffe. Der Blinde konnteals Blinder da bleiben. ES fiel mir nicht auf, daß er demguten verhüllten Julius verbarg, daß er sein Vater war,denn er sagte zwei- und dreideutig:da der Gute schoneinmal den Schmerz, einen Vater zu verlieren, überstandenhat, so muß man ihn diesem Schmerze nicht zum zweiten-male aussetzen." Aber dieß fiel mir auf, daß er uns bat,ihn für das, was er bisher für Flachsenfingen thun wollen,dadurch zu belohnen, daß wir's selber thäten, und ihm eid-lich zu versichern, daß wir in den Staatsämtern, die wirbekommen würden, seine kosmopolitischen Wünsche, die eruns schriftlich übergab, erfüllen würden, wenigstens so lange,bis er uns wiedersähe. Der Fürst hatt' ihm dieselbefeierliche Versicherung geben müssen. Wir sahen zu ihm