Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
201
Einzelbild herunterladen
 

Datames. 20t

glauben, noch auch gleichgültig dagtgen seyn zu dürfen, undbeschloß, es auf eine Probe aukommen zu lassen, ob die Be-nachrichtigung wahr oder falsch wäre. Er begab sich nachdem Orte, wo, wie man ihm gesagt hatte, der Angriff er-folgen sollte, wählte aber einen Mann aus, der ihm an Kör-pergestalt und Wuchs ganz ähnlich war, gab ihm seine Klei-der, und ließ ihn gerade da, wo er selbst im Zuge zu gehenpflegte, ziehen. Er selbst hingegen marschirte anfangs inder Rüstung und Kleidung eines gemeinen Soldaten unterder Leibwache. Dte den Angriff beabsichtigten, gingen, alsder Zug an jenem Ort ankam, getäuscht durch die Folgedes Zugs und seiner Kleidung, auf Denjenigen los, der anDatames Platz gestellt worden war. Datames aber hatte denLeuten, mit welchen er den Marsch machte, vorher befohlen,daß sic sich bereit halten sollten, Das zu thun, was sie ihnselbst thun sähen. Sobald er nun bemerkte, daß die Angreiferheraneilten, schoß er Pfeile gegen sie ab, und da die ganzeMenge Dasselbe that, fielen sie durchbohrt nieder, noch ehe sieDenjenigen erreichten, auf welchen sie losgehcn wollten.

10. Doch dieser so listige Mann fiel endlich selbst in dieSchlinge des Mithridates, Sohn des Ariobarzanes. Dieserversprach nämlich dem Könige, daß er ihn tödten wolle, wennihm der König gestatten würde, was er nur wollte, unge-straft thun zu dürfen, und diese Zusicherung nach PersischerSitte durch Darreichung der rechten Hand bekräftigen würde.Als er diese durch Sendung*) erhalten hatte, rüstete er

*1 Wie man aus andern Schriftstellern schließen darf, ge-schah dieß bei entfernten Personen durch Zusendung einer