Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
175
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XX».

Hannibal.

1. Hannibal war Hamilkars Sohn von Karthago. Wennes wahr ist, was Niemand bezweifelt, daß das RömischeVolk alle Nationen an Tapferkeit übertroffen hat, so ist nichtzu längnen, daß Hannibal in Absicht auf Klugheit eben sohoch über den andern Feldherrn stand, als das RömischeVolk in Hinsicht auf Tapferkeit allen Nationen voransteht.Denn so oft er in Italien mit demselben sich schlug, ging ersiegreich aus dem Kampf, und hatte nicht der Neid seinerMitbürger ihn im Vaterlande seiner Kraft beraubt, so dürfteman ihn als den Mann betrachten, der die Römer hätteüberwinden können. Allein das feindselige Entgegenstrebmvon Vielen siegte endlich über die Kraft des Einzelnen. Den Haßgegen die Römer aber, der wie ein Erbtheil von seinem Va-ter auf ihn übergegangen war, bewahrte er so fest in sich,daß er seinen Geist eher, als diesen aufgab. Selbst aus sei-nem Vater lande verbannt und fremder Hülfe bedürftig, hörteer dennoch niemals auf, den Krieg mit den Römern imGeiste') fortzuführen.

2 . Denn, Nichts von'Philipp ") zu sagen, den er auSder Ferne zum Feinde der Römer machte, so wußte er dem

') ^INM»; im Geist und mit dem Geiste, sofern er Anderegegen die Römer ausstiftete.

") König von Makedonien, Vater des unglücklichen Perseus.