Neunzehnter Gesang.
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102 .
Mir scheint cs gut, du fristest noch dein LebenSo lange nündstens, bis der Tag erwacht»
Zwar deinen Tagen mehr noch zuzugcbenVermag ich nicht, als eine kleine Nacht;
Doch bitt' ich dich, nicht mir die Schuld zu geben,Daß du dein Leben höher nicht gebracht.
ES ist die Schuld des unbarmherz'gen RechtesDes diesen Ort beherrschenden Geschlechtes.
103 .
Ob du, dein Volk, mir mitlcidswerth erscheinen,Ist dem bekannt, vor dem sich nichts oerhehlt.
Du kannst bei mir verweilen mit den Deinen,
Weil Sicherheit sonst überall dir fehlt!
Demi wider dich, das glaube nur, vereinenSich alle, deren Männer du entseelt.
Und jeder Mann, den du in TodesgranenHinab gestürzt, war Gatte von zehn Frauen.
I0L.
Ob dem Verlust, den sie durch dich erlitten,Glich» neunzig Weiber nun von Rachbegier;
Und sicher wirst du diese Nacht bestritten,
Nimmst du in meiner Wohnung nicht Quartier.Marsisa sprach: Wohlan, ich will dich bittenUm Schutz der Nacht; denn sicher ist in dirSo redlich das Gemüth, das Herz so bieder,
Als kühn dein Mnth und kräftig deine Glieder.