144
„lange darauf die Uhr mit dem Blättchen geschenkt — Jo-„achime Hab' es in Viktors Gegenwart herauögezogen, und„der Hab' cs für schicklich gehalten, ihr eben dieses frei zu„bekennen, waö sic und er selber aus Ehrfurcht noch nicht„der Fürstin entdeckt hätten. — Inzwischen sei ihm seine„Schwester darauf auSgewichen — worauf er sich Klotil-„den genähert, vielleicht nach einer väterlichen Jnstrukzion,„um den Bruder in nähern Verhältnissen zu haben. — Aber„allemal misch' er in väterliche Pläne des Ehrgeizes eigne„des Vergnügens und sei gutgesinnt, so wie die Engländer,„die er für verkappte Franzosen halte."
Der Fürst versteckte unter dem ganzen Vorhalten dieserartigen Schlangcnpräparate seine Furcht unter Zorn; Mat-thieu, der die Maske und das Gesicht sah, schnitt bisheralles nach jener zu und machte den scheinbaren Mangel anFurcht zum Deckmantel seiner Kühnheit, sie zu erregen. —Und so ging er vom Fürsten weg in einen unbestimmtenspaßhaften Arrest für den Mord; Jenner sing aber an, dieSachen und Zeugen zu untersuchen.
Vor dem Berichte des Erfolges lasset mich eö gern ge-stehen, daß Matz, der Edle, schon lügen kann, um so mehr,da er die Wahrheit als Sparrwerk seines Lügen-Mörtelshinsetzt. Wie im polnischen Steinsalzbcrgwcrk läffct der guteLügner beim Untergraben immer so viele Wahrheiten zuSäulen stehen, als gegen das Einbrüchen des Gewölbes nö-thig sind. Ueberhaupt ist jede Lüge ein glückliches Zeichen,daß eö noch Wahrheit in der Welt gibt; denn ohne diesewürde keine geglaubt und also keine versucht. Bankerntemachen dem Rechtschaffenen Freude als neue Belege des un-erschöpften Religionfondö von fremder Ehrlichkeit, die vor-