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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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ohne Hoffnung verlieren, dieß kann man nicht, ohne zusterben. Seinem Gewissen macht' er den optischen Betrugund Theaterstreich vor, daß er eS fragte, ob er nicht seinenFreund aus dem Wasser mit Gefahr des Lebens holen, ober nicht vom Brette, das nur Einen trüge, in die Wellenstürzen dürfe, um den Tod zum Kaufschilling eines andernLebens zu machen? Zwei sonderbare Vorstellungen ver-füßetcn ihm seinen Tvdes-Entschluß am meisten.

Die erste war, daß er am Todestage (nach der Ent-deckung beim Fürsten) hingehen könnte ins Gefängniß zuFlamin und seine Hand anfaffen und sagen dürfte: kommheraus heute sterb' ich für dich, damit ich dir beweisenkann, daß Klotilde deine Schwester war und ich dein Freund ich lösche das schwarze Wort, das erst am Todestagevergeben werden kann, mit meinem unschuldigen Blute aus,und der Tod drückt mich wieder in deinen Arm. O ichthu' es gern, damit ich dich nur noch einmal recht liebenund zu dir sagen kann: mein guter, theuerer, unvergeßlicherJugendfreund! Dann wollt' er ihm mit tausend Thränenum den Hals fallen und ihm alles vergeben: denn nebendem Tode und nach einer großen That kann und darfder Mensch dem Menschen alles, alles verzeihen.

Die weichere Seele erräth leicht die zweite Versüßungseines Todes. Diese, daß er noch einmal zur Gelieb-ten hingehen und es vor ihr denken, obwol nicht sagenkonnte: ich falle für dich. Denn er fühlte es jetzo doch,daß die beschlossene Scheidung durch das Leben zu schwersei und nur eine durch Sterben leicht o recht leicht undsüß, empfand er, ist'S, vor der Geliebten das nasse Augezu schließen, dann nichts mehr weiter anzusehen auf der