FlaminS Seele arbeitete sich den ganzen Tag in Bil-dern der Rache ab. In einem solchen Sieden des Blutswurden ihm moralische Leberflecken zu Bcinschwarz, dieDruckfehler des Staats kamen ihm wie Donatschnitzer vor,die peccatu «Iilenclicla des RegierkolleginmS wie schwarzeLaster. Heute sah er noch dazu den Fürsten immer vorAugen, den er in den Klubs der Drillinge und noch mehr-en Hinsicht auf Klotilden tödtlich haßte. Er verschmähte dasbelastete Leben, und in dieser Hitze, worin alle Materienseines Innern in einem einzigen Fluß zerlassen waren, suchtedie innere Lava einen Ausbruch in irgend einem Wagstück.Seine heutige Ergrimmung war am Ende eine Tochter derTugend, aber die Tochter wuchs der Mutter über den Kopf.Die Drillinge, die obwol nicht mit der Zunge, doch mitdem Kopfe so wild waren wie er, zündeten gar den ganzenSchwaden seiner vollen Seele an.
Endlich ritten Nachts die zwei Sekundanten und Fla-min und der in den dritten Engländer verlarvte Matthieuauf de» Schießplatz hinaus. Flamin kämpfte entflammt mitseinem aussteigcndcn dampfenden Hengst. Später trug inCourbetten ein Schimmel den Kammerherrn daher. Stummmisset man die Mord- und Schußweite und tauschet dasGeschoß. Flamin als Beleidigter bricht zuerst wie einSturm gegen den andern los; und auf dem schnaubendenPferde und im Zittern des Grimms schießet er seine Kugelüber das fremde — Leben hinaus. Der Kammcrhcrr feuerteabsichtlich und offenbar weit vor dem Gegner vorbei, weildie Niederlage des (vermeintlichen) Matthieu sein ganzesHofglück mit niedergeschlagen hätte. Matthieu, bei allerSchlauheit zu jähzornig und zu kraftvoll, schon unter den