zum letzten lctztcmnale! — Nur küssen wollt' er sie nicht:eine scheue Ehrfurcht, der Gedanke an die auögespielte Lieb-haLerrvlle verbot cs ihm, von ihrer Unwissenheit einen eigen-nützigen Gebrauch zu machen. Aber als er den letzten Blickder Liebe auf sie richten wollte: so schlug das Schicksal alledie geschliffenen Waffen, die bisher in seine Nerven gedrun-gen waren, noch einmal in die blutenden Oeffnungcn, wieman in die Wunden der Ermordeten die alten Instrumente
wieder hält, um zu sehen, ob's dieselben find,-ach es
waren dieselben — das Zimmer benebelte gleichsam ein Lich-terdampf — die Flötentöne erstickten im inner» Brausen —er mußte sie ansehen und konnte doch nicht vor Wasser —er mußte sie lange, fassend ansehen, weil er ihr schönes An-gesicht als ein Schattenbild des Schatten - Edens auf ewig
niederlegen wollte in seine Seele-Endlich könnt' er'S,
mit tausend Schmerzen blickte er ihr bethräntcs Angesicht,durch das die Tugend wie ein Herz schlug, ergreifend an undschattete es ab in seiner öden Seele bis auf jede Linie, bisauf jeden Tropfen. — So viel nahm er mit von ihr, mehrnicht; ihr ließ er alles, sein Herz und seine Freude — Achweiche Klotilde! wenn du es errathen hättest! — DasSchluchzen seiner Mutter riß ihn ans Nebenzimmer, erstieß die Thür' auf, rief zertrümmert der weggckehrten Mut-ter zu: „Theucrste! beim Allmächtigen, Ihr Sohn ist kein„Mörder und kein Verlorner" — und drückte die ihm hin-ter dem Rücken gegebne Hand sinnlos zusammen.
Seht dem düstcrn Augenblicke, meine Freunde, jetzonicht zu, wo er zum letztenmale Klotildens Hand nimmtund sein Herz von ihrem spaltet und doch nur sagt: „Reise