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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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anderes Zimmer zu treten, weil ihr der Anblick Viktors ausvielen Gründen drückend sepn mußte. Viktor stieg die Treppegleichsam zu einem Blutgerüst hinauf, auf dem ihm dasSchicksal sein Herz herauönehmen werde, nämlich die guteKlotilde, von der er heute sowol durch ihre Reise als durchseinen Vorsatz, sie zu entbehren, abgeschieden wurde. Als eraufmachtc und die Bekümmerte erblickte, bleich und müde andie Wand gelehnt; und als beide einander mit niedergesunk-nen Händen in die rothgeweinten Augen sahen und bebtenin dem düster» Zwischenraum zwischen dem Anblick und demersten Wort, wie in der schrecklichen Zeit zwischen dem Feuereines großen Geschosses und zwischen der Ankunft der Kugel,und da endlich Klotilde leise fragte:es ist alles wahr?"und er sagte:alles!" so legte sie ihr schönes Haupt lang-sam um gegen die Wand und wiederholte in einem fort,aber leise klagend, mit den sanften gedämpften Trauertönendes ermüdeten Jammers, die Worte:ach! mein guter Leh-rer; mein unvergeßlicher Freund! Ach du großer Geist!du schöne Himmelseele, warum zogest du so bald meinerGiulia nach! O, theuerster Freund, zürnen Sienicht, ich wünschte jetzo blos zu sepn, wo mein Vater ist,

im stillen Grabe."-Viktor fing bebend die Frage an:

hat ihn Flamin ...." aber er konnte nicht dazu setzen:umgebracht": denn sie richtete das Haupt empor und blickteihn an mit einem schwellenden, mit einem arbeitenden un-säglichen Schmerz, und dieser Schmerz war ihr Ja.-

Sie wollte, von der Thränenverblutung erschlafft undzuckend unter den Erinnerungen, die wie Gehirnbohrer dieSeele betasteten, endlich an der Wand zusammenstnken; aberViktor faßte sie mit unaussprechlichem Mitleid auf und er-