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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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vermehret cS eben so sehr meine Schmerzen als meine Hoch-achtung, daß du nichts auf der Erde findest, was du an deinausgehungertes Herz drücken kannst, und daß du dein aufleeren Thränendrüsen verwelktes Auge kalt aufhebst gegenden Himmel und auch da nichts stehest als ein wüstes ödesBlau!

Diese schmerzliche Betrachtung machte Viktor noch frü-her als ich. Aber zur Geschichte! Die vergangne zogtausend Stacheln durch sein Herz. Wir kennen jetzt unfernsonst frohen Sebastian nicht mehr er hat vier Menschenverloren, gleichsam um die vier Pfingsttage damit abzuzahlcn:Emanuel ist verschwunden, Flamin ist ein Feind geworden,der Lord ein Fremder und Klotilde eine Fremde. Denner sagte zu sich:Jetzt, da sie so weit über mich gerücktist, will ich der Leidenden, der ich schon so viel genommen,nicht gar alles kosten, nicht gar die Liebe ihres Vaters undihren Stand ich will nicht auf ihre in der Unwissenheitmeiner Verhältnisse geschenkte Liebe dringen. Nein, ichwill gern meine Seele von der theuersten ablösen untertausend Wunden meiner Brust und mich dann einsamhinlcgen und zu Tod bluten." Jetzt wurd' ihm die-ser Vorsatz leicht; denn nach dem Tode eines Freundes neh-men wir ein neues schweres Unglück gern aus unsere Brust; soll sic eindrücken, denn wir wollen sterben.

Doch hatte das Schicksal in seinen zwei Armen nochzwei Geliebte gelassen: seinen Julius und seine Mutter. Injenem liebt er so viele schöne Beziehungen; sogar das wareine, die macht, daß man allezeit den liebt, mit dem manverwechselt wurde; und er wollte Vaterstelle bei jenem ver-treten wie der Lord bei ihm, um diesem edlen Manne nicht