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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
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Lichtpunkt trat an den Pulvcrthurm alle cingehülltenWolken-Vulkane tobten neben einander und warfen ihreFlammen zusammen, und die Donner gingen wie Sturm-glocken zwischen ihnen die beiden Menschen lagen an ein-ander dicht, stumm, keuchend, drückend, zitternd vor dem letz-ten Wort.

O sprich noch einmal, mein Horion, und nimm Ab-schied von deinem Freund sage nur zu mir: Ruhe wohl! und lasse den Sterbenden."

Horion sagte:Ruhe wohl!" und ließ ihn. SeineThränen hörten auf und seine Seufzer verstummten. DerDonner schwieg fürchterlich. Die Natur ordnete stumm ihrChaoS im Gewitter. Kein Blitz schimmerte durch das Traucr-gcrüstc am Himmel. Bloö das Todtengeläute der Gewitter-stürmer sprach noch fort und der Lichtpunkt rückte noch fort.

Unter der weiten Stille lag der Schlaf, die Träumeund eines Freundes trostloses Herz.

In dieser Ewigkeit-Stille trat Emanucl ohne einefremde Hand an die hohe Pforte, die schwarz hinaus steigtüber die Zeit.

Die Stille ist die Sprache der Geisterwelt, der Ster-nenhimmel ihr Sprachgittcr aber hinter dem Sternen-gittcr erschien setzt kein Geist, und Gott nicht.

Es kam die Minute, wo der Mensch seinen Körper an-sieht und dann sein Ich, und dann schaudert. Das Ichsteht allein neben seinem Schatten ein Schaumglobus vonWesen zittert, knistert und wird niedriger, und man hört dieBläschen verschwinden und ist eines.

Emanuel schaute hinein in die Ewigkeit, sie sah wieeine lange Nacht aus.