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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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tildcns Seite schönere Abende gesehen hatte; auf der Erdewar Todtenstille wie in einer Kirche Nachts, blos den Him-mel umbrauscte ein auf die Erde gekrümmtes Bleigewölk,und der Tod schien von Wolke zu Wolke zu gehen und siezur Schlacht zu ordnen.

Endlich hört' er Julius Weinen. Emanuel floh heraus, aberin seinen Augen hingen schwerere Tropfen, als seine vorigenwaren. Und da der verlassene Blinde sein dunkles Haupt unterder Hauöthür von seinen Freunden wegdrehtc, entweder weiler ihren Weg nicht wußte oder weil er horchen wollte, wel-chen sie nähmen, so konnte Viktor dem Gebeugten, der ineiner doppelten Nacht wohnte, kaum vor inniger Wehmuthzurück rufen: er komme nach Zwölf Uhr wieder.

In dem kahlen Abendgrußgute Nacht, schlaft wohl,"den Emanuel gab und bekam, war mehr Thränenstoff als inganzen Elegien und Abschiedredcn: so sehr sind die Worte nurdie Inschriften auf unfern Stunden und die Ripienstimmenund die Bezifferung unserer Grundnoten.

Sobald Emanuel vor den Nachthimmel, vor den daranangckctteten Orkan und vor seinen Todtenberg trat: so ho-ben Engel seine erweichte Seele wieder er sah den Todvom Himmel steigen und aus seinem Grabe den Freihcitbaumaufrichten er sah die freundlichen Sterne näher kommenund cs waren die himmlischen Augen seiner Freunde undaller seligen Wesen. Viktor durfte seine dichterischen Hoff-nungen durch keine Gründe stören; vielmehr wurd' er selbervon Stunde zu Stunde tiefer in den Glauben an seinenTod hineingezvgen; wenigstens fürchtete er, daß der heutigeEntzückung-Sturm die mürbe Wohnung dieses schönen Her-