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künftige Erinnerung. „Ohne Erinnerung (sagte Emanucl)„gibt's kein Leben, nur Daseyn, keine Jahre, nur Terzien„— kein Ich, nur Vorstellungen desselben — Ein Wesen„zerfährt in so viel Millionen Wesen, als es Gedanken hat„— Erinnerung ist blos Bewußtsein der gegenwärtigenExistenz." — Auch der Dichter philosophirt, wenigstens fürDichtung und gegen Philosophie. — Viktor dachte: „du„Guter! mir, nicht dir macht' ich diese Einwürfe."
ES war gegen Mittag: der Himmel war rein, aberschwül; die Blumen meldeten das Zusammenziehen der Blitzedurch ihr Verschließen an; alle Auen waren Rauchaltäre,und Düfte gingen als Propheten der Gewitterwolken vor-aus. Mit der physischen Gewittermaterie häufte sich inViktor die moralische an — er dachte daran, daß oft einheißer. Tag den Schwindsüchtigen das Leben nehme; — erverwechselte zuweilen die Bitterkeit des Abschieds mit derWahrscheinlichkeit desselben; denn der von der Luft-perspektive der Furcht betrogne Mensch findet einSchrek-kenbild desto näher, je größer eö ist; er weinte, wenner bloS daran dachte, daß er weinen könnte; aber gleichwolwürde die Vernunft die Oberhand über die Gefühle behal-ten haben, hätte nicht beide folgender Zufall betäubt.
In Maienthal wohnte ein Wahnsinniger, den man blosdas tolle Todtengebein hieß. Aus drei Gründen wurd' erso genannt: erstlich weil er ein Knochenpräparat vonMager-heit war; zweitens weil er die fire Idee herum trug, derTod setze ihm nach und woll' ihn an der linken Hand, dieer deswegen verdeckte, ergreifen und wegziehen; drittens weiler vorgab, er seh' cö denen, die bald sterben würden, am Ge-sichte an, über welches sich alsdann schon die Einschnitte und