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O Ruhe, du sanftes Wort! — Herbstflor aus Eden!Mondschein des Geistes! Ruhe der Seele, wann hältst duunser Haupt, daß es still liege, und unser Herz, daß es nichtklopft? Ach eh' jenes bleich und dieses starr ist, so kommstdu oft und gehst du oft und nur unten bei dem Schlafe undbei dem Tode bleibest du, indeß oben die Stürme die Men-schen mit den größten Flügeln gleich Paradiesvögeln ammeisten umherwerfen!
EmanuelS Ruhe, womit er die Gastrolle des Lebensbis aufö letzte Merkwort ausspielte, womit er alles einpackte— zurechtstellte -- anbefahl — verabschiedete, trieb im ge-quälten Freunde Thränen und Stürme zusammen. SeinHerz war zwar vom Schicksal über einem steinichten Wegwund geschleift, aber die Entzündungen desselben kühlte jetztder Gedanke des TodeS sanft ab; doch könnt' er es — beimgrößten Unglauben an EmanuelS Tod — nicht aushalten,es zu hören, wie ihm Emanuel den blinden Julius, demman diesen Tod verbarg, von weitem mit den leisen Wor-ten übergab: „Hab' ihn lieb wie ich, versorge, beschirme den„Armen, bis du ihn dem Lord Horion übergeben kannst."Seine bebenden Hände konnten kaum ein Packet an diesenLord annehmcn, das ihm der Freund mit zärtlichen Augenund mit den Worten reichte: „wenn diese Siegel geöffnet„werden, so haben meine Eide aufgehört und du erfährst„alles." Denn sein zartes Gewissen »erstattete ihm nur denInhalt, nicht das Daseyn von Geheimnissen zu verber-gen. — Es wird unö nicht wundern, da Viktors Aderneine Wunde um die andere empfingen, daß er, um nichtdurch Wallungen ihr Bluten zu vermehren, den Flötenspieler