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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
43
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und der Ehemann Klotildens zu werden, um den Fürsten zugewinnen und, wie ein Schwein die Klapperschlange, soMatzen ohne Schaden zu verschlucken. Man muß der voneinem Wurmstock von Schmerzen angenagten Seele Viktorsvergeben, daß er ausbrauste und mit einem Auge voll tief-ster Verachtung Zeuseln anfuhr:ich weiß nicht, wer ver-diente, solche Vorschläge anzuhören wenn's nicht einerist, der sie machen kann."

Der Korrespondent hört traurig und kurz mit den Wor-ten auf:Abends kam Viktor spät und mit geschwollnenAugen in Maicnthal an, um zu sehen, ob am andern Tage

der schönste Lehrer und der größte Freund verwelke."-

Wir können uns alle denken, wie die Umarmung eines Ge-liebten wenige Schritte von seinem Grabe seyn mußte. DerFreund, der uns sein Sterben drohet, greift schmerzhaftunsere Seele an, auch wenn wir es bezweifeln. Wir kön-nen uns alle das nasse Auge denken, das Viktor über dienoch blühende Stätte seines verwelkten Rosenfests geworfen. Was ihn tröstet, ist die Unwahrscheinlichkeit des prophe-zeiten Sterbens, da Emanuel sich wie sonst befindet, undda der Selbermord noch unmöglicher bei diesem frommenGeiste ist, der den Selbermördcr schon längst mit dem Hum-mer verglich, der die eine Schecre, die er selber mit derandern aus Stumpfsinn zerknirscht und kneipt, nicht heraus-zieht, sondern absprengt. Möge mir der Leser zur Be-schreibung des längsten Tages , die ich einsam unter dererhebenden Stille der .Nacht machen werde, ein Herz wie des

*) So nannte Emanuel immer den Johannistag, obwol nichtganz astronomisch richtig.