„Denn in der Minute, wo die ganze Erde wie eine Rinde„vom Herzen abbricht, hängt das nackte Herz fester an Her-„zen und will sich erwärmen gegen den Tod, und wenn alle„Bande der Erde abreißcn, so blühen die Blnmenketten der„Liebe fort. O Klotilde! wie himmlisch schlosse sich vor„Deiner elpsischcn Gestalt mein Leben! Ich würde schon ent-fesselt auf den Mügeln der Ewigkeit um Dich schweben, um„Dich anzublicken, und ich würde, wenn ich mit der ätheri-„schcn Hand nicht Deine Thränen nehmen könnte, Dein„schweres Herz mit einer fremden Entzückung trösten! Ja,„und wenn der Mensch im Vorhof der zweiten Welt erblin-dete, so würde Deine Gestalt wie ein nachleuchtendeö Son-„nenbild vor meinen geschlossenen Augen bleiben! — O Klo-„tilde, wenn Du kämest! Ach, Du kommst wol nicht; und„nur der Ewige, der die Stunden des zweiten Lebens zäh-let, weiß, wann ich Dich wiedersehe auf der zweiten Erde„und wie groß auf ihr die Schmerzen der Sehnsucht sind.„Und so lebe denn wohl und ziehe, hohe Seele, Deine Bahn„unter den Wolken hindurch — wenn ich Deinen Freund„erblicke, wirst Du rührend vor mir stehen — und wenn ich„an seinem Herzen sterbe, werd' ich für Dich beten und zu„Gott sagen: gib mir sie wieder, wenn auf ihrem Haupte„der Blumenkranz der Erde groß genug ist — oder die Dor-nenkrone zu groß! — Klotilde, ändre Dich nie, und dann„frag' ich das Verhängniß nicht: wie lange wird sie drunten„lächeln, wie lange wird sie drunten weinen? Aendrc Dich»nie! E Manuel."
Iran Paul'S ausgew. Werfe. VI.
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