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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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cs nicht alles war. Die Pfarrerin erzählte Klotildeempfing fie mit einer Miene voll drückender Schmerzen, aberweder mit Kälte noch Verdacht. Beide konnten anfangsgar nichts als weinen, und sprachen nicht; Klotilde war nochmehr erweicht und ihre Thränen flössen noch fort, als sieanfing ihre Verlobung zu erzählen. Sie legte die Handihrer Freundin auf ihr Herz und sagte:jetzo wird unsereFreundschaft hart geprüft. Ich glaube an die Ihrige fort glauben Sie an meine. O bleibe, theure Freundin,nur dicseömal fest! Schwere Geheimnisse, über die ich keinRecht und wenig Aufschluß habe, bringen uns alle diesengrausamen Mißverständnissen so nahe. Nur diesesmal ver-trauen Sie fest, daß ich und Sie so wenig unser Ver-hältniß gegen einander ändern wie unfern Charakter."Hier sah die Psarrerin sie mit einem großen Blicke, in demnoch die alte Liebe für Viktor nachglimmte, an, und um-armte sie dann auf einmal mit trocknen Augen und mit die-sen Worten:Ja, ich vertraue auf Sie, thun Sie, was Siewollen, und blieb' ich zuletzt die einzige Seele." Der letzteZusatz hätte zu einer andern Zeit Klotilden beleidigt; achjetzt könnt' er'S nicht; o sie warfroh, daß sic etwas zu ver-zeihen hatte.

Nach der Erzählung sagte sie ihrem Freunde, sie unter-nehme vielleicht, falls die Unsichtbarkeit und das Schweigendes Lordö noch länger dauere, lieber die mühsame Reise zuihrer und Flamins Mutter nach London, um diese als dieAuflösung aller dieser gefährlichen Näthsel nach Deutschlandzu bereden. Ach konnte Viktors aufopferndes Herz eineEinwendung gegen fremde Aufopferungen machen? Nein!