an den Thron wie an eine Säule zum Geißeln gebunden,so aus allen Gegenständen seiner Liebe herauSgcschleudert,so aus nichts geheftet als aus eine von weitem donnerndeZukunft, in der sein Emanuel nach 14 Tagen unter die Erdeeinsinkt und seine Klotilde in tausend Schmerzen — die Ge-genwart schwül und eng. Um ihn ging ein unreifes Gewit-ter herum, und wie an den Tag- und Nachtgleichen ruhtendie Wolken unbeweglich wie ein großer Nebel über ihm,und das verborgne Arbeiten im hohen Gewölle des Schick-sals hatte noch nicht das Zusammenfließen in Thränen ent-schieden oder das Zertheilen in Blau.
Endlich ging er nach St. Lüne . . . Wahrlich nurwehmüthig - beglückt! O! könnt' er auf den Lüner Fußsteigblicken oder auf das Pfarrhaus, das die Bühnen der begrab-nen Freundschaft bedeckte, ohne das Auge überfließcnd abzu-wendcn, ohne daran zu denken, wie viel eitler das Lieben alsdas Leben der Menschen sei, wie das Schicksal gerade diewärmsten Herzen zur Zerstörung der besten anwende (so wieman nur Brennspicgel zum Einäschern der Edelsteinegebraucht), und wie manche stille Brust nichts ist, als dergesunknc Sarg eines erblaßten geliebten Bildes? — Es istein namenloses Gefühl, einen Freund lieben zu wollen ausErinnerung und ihn fliehen zu müssen aus Ehre: Viktorwünschte, er dürfte seinem bethörtcn Liebling vergeben;aber vergeblich: das arscnikalische Wort, das mich in seinemNamen schmerzt, blieb trotz aller, aller versüßenden Säfte,mit denen cr's einwickelte, doch unaufgelöset und fressendund tödtlich in seiner Seele liegen. Guter Flamin! einFremder könnte dich lieben, ich z. B., aber dein Jugend-freund nicht mehr!