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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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der Stadt) mit Kugeln oder mit andern Schmähungen durch-bohrt, damit ich dir hätte leicht vergeben können! Abergerade mit diesem fortfreffenden Giftlaute!" Er hatRecht; die Beleidigung der Ehre wird darum nicht kleiner,weil sie der andere aus voller Ueberzcugung des Rechts be-geht. Denn die Ueberzeugung ist eben die Beleidigung;und die Ehre eines Freundes ist etwas so Großes, daß dieZweifel an ihr fast nur durch eigenes Geständniß entstehendürfen. Aber so werden aus kleinen Verhehlungen leichtTrennungen, wie aus Nebeln im März Gewitter imJulius. Nur eine vollendete edle Seele vermag eS, den ge-prüften Freund nicht mehr zu prüfen zu glauben, wenndie Feinde des Freundes läugnen zu erröthen wie übereinen unreinen Gedanken, wenn ein stummer verfliegenderArgwohn das holde Bild beschmutzt und wenn endlichdie Zweifel nicht mehr zu bezwingen sind, diese noch langeaus den Handlungen fortzuweisen, um lieber in eine kame-ralistischc Unvorsichtigkeit zu fallen, als in die schwere Sündegegen den heiligen Geist im Menschen. Dieses feste Ver-trauen ist leichter zu verdienen, als zu haben.

Im lärmenden Hammer- und Mühlenwerk der Stadtwar ihm wie in einer öden Waldung. An zarte Seelenverwöhnt kamen ihm die städtischen alle so stachlicht und un-geschliffen vor; denn die Liebe hatte wie die Tragödie seineLeidenschaften gereinigt, indem sie solche erregte. Alles hingso verfallen, so verraset zum Einbrechen herüber, indeß diereinen Spicgelwände in Maienthal fest und glänzend auf-sticgcn. Denn die Liebe ist das einzige, was das Herz desMenschen bis an den Rand vollgicßet, wiewol mit einembald einsinkenden Nektar-Schaume; sie allein fasset ein Ge-

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