Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

Habsucht der Eroberer den Eingcbornen geschlagen hatten, und tragenin der einen Hand das Kreuz und in der andern das Banner daCivilisation. Drei Jahrhunderte fließen im Strome der Zeiten dahin,und jedes Jahr und jeder Tag von ihnen ist mit neuen Dienstenbezeichnet, die sie im Interesse der Humanität, der Religion und daAufklärung leisten.

Während das Klostcrleben über den Meeren wieder eine Stättegewann, die ihm die Häresie ans dem alten Contincnte geraubthatte, nahm man auch in den europäischen Klöstern merkwürdigeVerbesserungen vor. Denn je mehr Klagen die sogenannte Refor-mation gegen sie erhob, desto genauer und sorgfältiger beobachtete»sie ihre ursprünglichen Observanzen in ihrer ganzen Reinheit. DurchdaS allgemeine Toben der Klostcrfeindc aufmerksam gemacht, nahmenjetzt die Katholiken Verbesserungen im Mönchthnm vor und tilgte»Verirrungen ans, in welche manche Mönche wirklich verfalle»waren. Die Verbesserung der Sitten, ans welche das Coneilim»von Trient hinarbeitetc, zu deren Anfrechterhaltung es die Mittelangegeben hatte, und über welche die Päpste, die die dringendeNothwendigkeit wohl einsahcn, wachten, verbreitete sich in der ganze»Christenheit; eine Menge Klöster betrat mit einem Feuereifer dieseBahn zur Besserung, und nahm still und geräuschlos wirksame Ver-änderungen vor. Die Religiösen beider Geschlechter waren zu derUeberzcngung gekommen, daß die Achtung der Gläubigen das sichersteMittel ihrer Eristcnz sei. Daher strengten sie sich an, diese Achtungsich wieder zu erwerben, wo sic verschwunden war, und sie durchWachöthnm an Tugenden da zu sichern, wo sie noch glücklicherWeise geblieben war. Man beobachtete wiederum gewissenhaft dieClausur; beschränkte den Verkehr mit den Wcltleutcn, der zuhäufig geworden war; verbesserte die erschlafften Sitten; machte ausder Unterweisung der Jugend und den Werken der Liebe eine ernsteBeschäftigung.

Neue Wrdc».

Der durch die alten Mönchsorden erlittene Verlust weckte denPlan zur Bildung von neuen; man pflanzte daher zarte Sprossenan die Stelle der halb zerstörten alten Eichen. Diese neuen Ge-