ja, cr ging in seiner Gewaltthätigkeit noch weiter, öffnete die Klöster,eignete sich ihre Güter an, nnd von der Beute und dem Raubeder Klöster erjagte er neue Freuden und Vergnügungen.
Doch welchen Nutzen gewährten diese Plünderungen? Lutherkonnte noch vor seinem Tode sehen, daß diese den Klöstern geraubtenGüter die Fürsten, die sie an sich gerissen, nicht bereicherten. DieErfahrung, sagt er, lehrt nnS, daß die, welche sich die Güter derKirche anmaßten, in ihnen nur eine Quelle der Armuth nnd Rothfanden. Dabei eitirt er die Worte dcS Johann Hund, eineö Rathesdes Herzogs von Sachsen, welcher der Meinung war, die von denAdeligen verschlungenen Kirchengüter haben hinwiederum deren Ver-mögen verschlungen. Er endet mit der Fabel von einem Adler, dervon dem Altäre Jupiters diesem Gott geopferte Flcischstücke stahl,aber zugleich auch eine glühende Kohle mit sich nahm, welche seinNest in Brand steckte. Habsüchtige Höflinge, trugsüchtige Verwalterhaben die Klöster, Abteien, Hospitäler verschlungen; sie selbst undder Fürst, dessen Leidenschaften sie schmeichelten, gleichen den Harpyienin der Mythe und vermehren durch ihre Plünderungen nur ihreBedürfnisse. Alles verschwand in ihren habsüchtigen Händen.
Vier Jahre, nachdem das Parlament Heinrichs VIII. die Confis-kation der kleinern Klöster zugestandcn hatte, war dieser Fürst so arm,als er ohne die Beute ans den Klöstern gewesen war. Als sichHeinrich eineö Tages bei Thomas Cromwell über die Unersättlich-keit der Lehcnswerber beklagte, so rief er ans: „Wahrlich! wenndiese Vielfraße den Braten verschlungen haben, verschlucken sieauch die Schüssel noch." Darauf erwiederte ihm Cromwell, daßnoch nicht einmal Alle ihre Ansprüche geltend gemacht haben. „Beimeiner Ehre," rief jetzt der König aus, „mein ganzes Reich würdezur Stopfung ihres Wanstes njcht hinreichcn." Nichts desto wenigerversuchte er eS doch bald durch Cvnfiskation der großen Klöster. 'Doch! Alles war vergebens! Heinrich, der gewohnt war, bei denGeistlichen nnd Mönchen sich mit Geld zu versorgen, sah sich in dergrößten Verlegenheit, in der er die Henne schmerzlich ver-mißte, welche goldene Eierlegtc, wie sich Carl V. ansdrückt,wenn er von den unpolitischen Plünderungen Heinrichs VIII. spricht.
^ Will ia IN Cobe tt, Geschichte der protestantischen Reform u. s. w. S-184.