eifrig damit beschäftigt zu sein, seine Kehle zu reinigen und seineBrillengläser abzuwischcn.
„Wie konntet Ihr mir sagen , daß Ihr einen guten Herrn hät-tet?" rief er plötzlich aus, entschlossen etwas hinabschluckend, wasibm in der Kehle aufgesliegen war, und sich schnell zur Frau wendend.
„Weil er ein guter Herr war. Das werde ich jederzeit undüberall von ihm sagen, und meine Mistreß war auch sehr gut, abersie konnten sich nicht helfen. Sie waren Geld schuldig und ein Menschhatte, ich weiß nicht wie, Gewalt über sie gewonnen, und da mußtensic ihm den Willen thun. Ich horchte und hörte, wie er das derMistreß erzählte, und wie sic für mich bat und sprach, und er sagteihr, er könnte sich nicht helfen und die Papiere wären schon in Ord-nung; und da war cs, we ich den Knaben nahm und meine Heimathverließ und fvrtlies. Ich wußte, daß ich nicht leben konnte, wenn siecs thaten, denn dies Kind ist Alles, was ich habe."
„Habt Ihr keinen Mann?"
„Ja, aber er gehört einem andern Herrn. Sein Master ist sehrhart gegen ihn. und läßt ihn fast nie zu mir kommen. Er ist immerhärter und härter geworden und droht, ihn nach dem Süden zu ver-kaufen. Ich werde meinen Mann Wohl nie wieder sehen!"
Der ruhige Ton, mit welchem die Frau diese Worte aussprach,hätten den oberflächlichen Beobachter zu dem Glauben bewegen kön-nen , sie wäre vollkommen gleichgültig; aber der Kummer in ihrengroßen Auge» sprach ganz anders.
„Und wohin gedenkt Ihr zu gehen, arm? Frau?" fragte Mrs.
Bird.
„Nach Canada, wenn ich nur wüßte, wo das wäre. Ist essehr weit, Canada?" sagte sie, indem sic mit einem vertrauenden Blickezu MrS. Bird aufsah.
„Armes Ding!" sagte Mrs. Bird unwillkürlich.
„Es ist ein sehr weiter Weg, denke ich?" sagte die Frau ernst.
„Viel weiter, als Ihr glaubt, armes Ding!" entgegnet« Mrs.Bird. „Aber wir wollen versuchen, an das zu denken, was für Euchgetbau werden kann. Dinah, mach' ihr ein Bett in Deiner eignenKammer, und ich will überlegen, was am Morgen für sie zu thunist. Setzt Euer Vertraue» in Gott; er wird Euch beschützen."
Mrs. Bird und ihr Mann kehrten in's Wohngemach zurück.