<80 Cornelius Nepos.
Richtungen zerstreute, auf ihn zutreiben. Durch den Anblickdieser plötzlichen Erscheinung setzte er das Römische Heer soin Schrecken, daß kein Mann es wagte, aus der Verschall«zung herauszugehen. Wenige Tage nach diesem Ereignisse ge-lang es ihm, de» sRömischenU Befehlshaber der Reiterei,Marcus Minucius Rufus, der gleiche Befehlsgewalt, wieder Diktator, hatte, durch List in ein Treffen zu locken undzu schlagen. Tiberius Sempronius Gracchus, der zum Zwei-tenmale Consul war, wurde, während Hannibal in Lucanien*)abwesend war, in einen Hinterhalt gelockt und getödtet. Aufgleiche Art verlor Marcus Claudius Marcellus, der zumfünftenmale Consul war, bei Venusia sin Apuliens das Le-ben. Es wäre zu weitläufig, die Gefechte alle aufzuführen.Um die Große dieses Mannes zu bezeichnen, mag es dahergenügen, wenn ich sage: so lang er in Italien war, ver-mocht« kein Feldherr ihm in der Feldschlacht zu widerstehen,«ach der Schlacht bei Cannä Keiner, im Feldlager gegenihn sich zu halten**).
6. Unbesiegt in diesem Lande, wurde er in sein Vater-land zurückgerufen, um dieses zu vertheidigen, wo er denKrieg gegen Publius Scipio zu führen hatte, den Sohn Des-jenigen, den er zuerst am Rhodanus, zum zweitenmal amPadus, zum drittenmal an der Trebia geschlagen hatte. DaDie Hülfsmittel seines Vaterlandes bereits erschöpft waren,«huschte er mit Diesem für jetzt Friede zu machen, UNI spä-
*) Wie Apulien, ebenfalls «ine Provinz von Unteritalien.
Daß diese Behauptung nicht so ganz geschichtlich richtigsey. wird »er Leser aus LiviuS ersehen.