Hannibal. 177
Eid, den ich meinem Vater geleistet, Hab« ich bis in meinjetziges Alter so gehalten, daß Niemand darüber zweifelhaftseyn darf, ich werde auch in Zukunft die gleiche Gesinnungbehalten. Wenn Du also freundschaftliche Absichten gegen di»Römer hegst,, so wirst Du nicht unklug thun, sie mir zu ver-bergen; hast Du aber Krieg im Sinne, so wirst Du Dichselbst um Deinen Zweck betrügen, wenn Du nicht mich andie Spitze desselben stellst."
3. Hannibal ging also in dem eben bezeichnet«» Altermit seinem Vater nach Spanien, und als nach dem Todedesselben Hasdrubal ihm als Oberbefehlshaber nachfolgte,erhielt er den Befehl über die gesammte Reiterei. Als auchHasdrubal getödtet worden war, übertrug das Heer ihm denOberbefehl. Diese Wahl erhielt» als sie nach Karthago be-richtet wnrde, die Genehmigung der Regierung. So wurdeHannibal mit nicht ganz fünf und zwanzig Jahren Oberbe-fehlshaber, und unterwarf schon in den nächsten drei Jahrensämmtliche Vvlkerstämme von Spanien, eroberte Sagunt,«ine verbündete Stadt, mit Sturm, und setzte drei sehr be-deutende Kriegsheere in gerüsteten Stand. Eines derselbenschickte er nach Afrika; ein zweites ließ er mit seinem Bru-der Hasdrubal in Spanien zurück; mit dem dritten ging ernach Italien. Er zog über das Pyrenäengebirge. Auf jedemSchritte seines Marsches mußte er sich mit allen Einwohnernschlagen, und wies sie immer als Besiegte von sich. Als eran die Alpen kam, welche Italien von Gallien scheiden, undvor ihm, außer von dem Griechischen Herkules, noch nie miteinem Heere überstiegen worden waren — daher denn dießGebirge heut zu Tage das Griechische genannt wird — brachteNepos. 3S Bdch». S