Eumenes. 159
hatte Eumenes schriftlich und durch Abgesandte mündlich umRath befragt, ob sie wieder in Makedonien erscheinen solle,nm et anzusprechen — sie wohnte nämlich damals in Epirus —und dieß Land in, Besitz zu nehmen. Eumenes ertheilte ihrhierauf den Rath, sich nicht zu rühren, sondern znzuwarten,bis Alexanders Sohn auf den Thron käme; zöge sie abereine besondere Begierde nach Makedonien, so sollte sie allerKränkungen vergessen, und ihre Herrschaft gegen Niemandauf harte Weise gebrauchen. Von allem Diesem befolgte Olym-piaS Nichts. Sie ging nicht nur nach Makedonien, sondernverfuhr auch daselbst auf das grausamste. EnmeneS wurdeau» der Ferne von ihr aufgefordert, er solle es nicht ge-schehen lassen, daß die erbittertsten Feinde des Hauses undder Familie Philipps sogar seinen Stamm vernichten, sondernsolle Alexanders Kindern zn Hülfe kommen. Würde er sichdazn-bereit finden lassen, so solle er so bald als möglich Trup-pen ausrüsten, um sie ihr zuzuführen. Um ihm Dieß zu er-leichtern, habe sie an alle treu gebliebenen Befehlshaber ge-schrieben , daß sie ihm Folge leisten und sich von ihm leitenlassen sollten. Eumenes wurde dadurch gewonnen; erachtetees für besser, wenn cs das Schicksal so fügen sollte, als Opferder Dankbarkeit gegen Wohlthäter zu fallen, als das Lebenals ein Undankbarer zu behalten.
7. Er zog demnach Truppen zusammen und rüstete sichzum Kriege gegen Antigonus. Da mehrere vornehme Ma-
früher Tod und die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Ab-kunft seiner Kinder waren Hauptursachc der Theilung sei-ner Monarchie, auf welche es auch wirklich anfangs nichtabgesehen zu ftp» schien.