Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
149
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Timoleon.

übrigen Vcrtheidigungspunkte der Alleinherrschaft schleifen,und war bemüht, daß so wenig als möglich Spurender Sklaverei stehen blieben. Im Besitz einer Macht,mit welcher er den Sicilianern selbst wider ihren Wil-len gebieten konnte, dabei aber auch einer Liede von Sei-ten Derselben, mit der er die Alleinherrschaft, ohne daßein Mensch Etwas dagegen gehabt hätte, an sich ziehen konnte,wünschte er lieber sich geliebt als gefürchtet zu sehen. So-bald es ihm daher möglich war, legte er die Regierung nie-der und verlebte seine übrigen Lebenstage im Privatstaudezu Syrakus. Er handelte hierin ganz im Geiste umsichtigerErfahrung. Was andere Fürsten durch Regierungsgewalterzwangen, daS erhielt er sich durch Zuneigung. Er ent-behrte keine Art von Ehrenerweisung, und es wurde zu Sy-rakus in der Folge in keinem Staatsgeschäft eher ein Be-schluß gefaßt, als bis man Timoleon's Ansicht vernommenhatte. Keines Andern Rathschlag wurde, ich will nicht sagen,dem seinigen vorgezvgen, sondern selbst nicht damit in Ver-gleichung gebracht. Und zwar geschah Dieß eben sowohl ausklugem Bedacht, als anS Wohlwollen gegen ihn.

4. Timoleon stand schon in hohem Alter, als er ohneirgend eine Krankheit das Augenlicht verlor. Dieses Unglückertrug er mit solcher Gelassenheit, daß ihn Niemand darüberklagen hörte, und er sich auch dadurch von der Tbcilnahmean Privat- nnd Staatsangelegenheiten nicht abhalten ließ.In das Theater, wo Volksversammlung gehalten wurde, ließer sich durch ein Pferdegespan führen, und sprach daselvstvom Wagen herab seine Meinung aus, ohne daß ihm dießJemand als Hochmut!- auslegte. Denn nie ging ein anma-