Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
119
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Epaminondas. IIS

z. Mit dieser körperlichen Tüchtigkeit verband er auchmehrere Vorzüge des Geistes: Bescheidenheit, Klugheit, Ernst,verständiges Benehmen in jeder Lage, Kenntniß der Kriegs-kunst, persönliche Tapferkeit, hohen Sinn und eine Wahr-heitsliebe, die ihm nicht einmal im Scherz eine Unwahrheiterlaubte; ferner Enthaltsamkeit, Güte, Geduld in einembewunderuttgswürdigenGrad,Gleichmuth gegen Beleidigungennicht nur vom Volke, sondern auch von Freunden, Verschwie-genheit besonders über anvertraute Geheimnisse, die oft ebenso nützlich ist, als fertige Beredsamkeit, Begierde, Andere zuhören, denn er hielt dieß für das leichteste Mittel, sichKenntnisse zu verschaffen. Wenn er daher in eine Gesellschaftkam, in welcher entweder ein Gespräch über Staatsangele-genheiten geführt oder eine philosophische Unterredung gehal-ten wurde, so verließ er sie nicht eher, als bis das Gesprächzu Ende war. Seine Armuth ertrug er so leicht, daß seinVaterland ihm Nichts gab als seinen Ruhm. Das Vermö-gen seiner Freunde nahm er nie zu seinen eigenen Bedürf-nissen in Anspruch ; ihre Beihülfe benutzte er zur UnterstützungAnderer oft ans eine solche Art, daß man glauben könnte,er hätte Alles mit seinen Freunden gemein gehabt. Dennwenn Einer seiner Mitbürger von dem Feinde gefangen war,oder die mannbare Tochter eines Freundes aus Armnth nichtverheirathet werden konnte, so ging er mit seinen Freundenzu Rath und bestimmte nach dem Vermögen eines Jeden,wie viel er geben sollte. Hatte er dann die Summe zusam-mengebracht, so führte er, che er das Geld in Empfang nahm,Denjenigen, welcher es bedurfte, zu Denen, welche es her-gaben, und bewog sie, es ihm selbst ausznbezahlen, damit