Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
385
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SiedenundZwauzigfles Kapitel.

Schwestern von der Opferung und von der Heimsuchung Maria'S.

Die christliche Liebe dringt überall hin; kein Ort ist so entfernt nndabgelegen, daß sie ihn nicht fände, kein Gebirg so steil nnd gefährlich,auf das sic nicht stiege, kein natürliches Hinderniß so groß, das sienicht besiegte. Was sie, unterstützt von reichlicher Hilfe, in den Städtenwirkt, das vermag sie auch in den ärmsten Dörfern. Denn auchin den unergiebigsten Landstrichen gibt cs Seelen für den Herrn zugewinnen, gute Anlagen zum Nutzen und Wohle der Gesellschaftauszubilden. Und nm diesen köstlichen Preis naht sich überall dieLiebe hin, und ringsum erbaut sie Anstalten zur Beförderung deröffentlichen Wohlfahrt. Daher erhob sich auch in den bergigen, schwerzugänglichen Gegenden von Bivaraiö, ' wo weder große Städte, nochbeträchtliches Vermögen zn finden sind, nach der Revolution eineAnstalt, welche die größten Dienste leistet: nämlich die Kongrega-tion der Schwestern von der Opferung Maria's, welchesich dem Unterrichte der Landmädchcn widmet.

Maria Rivicr von Montpczat sgeb. 1768, gest. 1838)war ganz Eifer nnd Frömmigkeit. Als sie in ihrer Jugend voneiner schweren Krankheit hcimgesncht wurde, nahm sie ihre Zufluchtzu der Fürbitte des heil. Johann Franziskus Regis, der in der Ge-gend von Vivaraiö stets eine besondere Verehrung genoß. Zum Dankefür ihre glückliche Genesung nun gelobte sie die Stiftung dieser Anstalt.

Obgleich die Schreckeuözeit noch herrschte, versammelte sie docheinige gleichgesinnte Schwestern zu Thueys, bei AnbcnaS, wobei sieein weiser Geistlicher, nämlich der Abbv Pontannier, früher Scmi-nariumsdirektor zu Tnlles und nachmals zu Pny, cifrigst unterstützte.Zudem vereinigte sich noch eine fromme Wittwc von Nantes, dienachmals unter dem Namen Schwester Chantal rühmlichst be-kannt wurde, und die aus der Bretagne kam, mit ihr. Auchandere von derselben Aufopferung und derselben Begeisterung erfüllteMädchen gesellten sich allmählig zu der werdenden Genossenschaft.

Die Schwestern von der Opferung legen keine Gelübde ab,halten auf dem Lande Schulen und besuchen die Kranken. Von der

' Landschaft in der französischen Provinz Languedoc.

Gesch. der Mönchsorden. II.

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