Honore wurden am 24. Februar 1791 die ersten Bischöfe für dieConstitution beeidigt und geweiht, ohne daß einer der Oratorianerdaran Thcil genommen hätte. Am 10. Mai 1792 schrieben derSuperior und ungefähr 60 Mitglieder an Pius VI., versicherten ihnihrer Anhänglichkeit an den heil. Stuhl und ihrer Abneigung gegendas eonstitutionellc Schisma. Zum Unglück aber war eine großeAnzahl dieser Männer ganz anders gesinnt; die Einen traten indie constitutionelle Kirche über und nahmen Stellen darin an;Andere verließen den geistlichen Stand ganz, und widmeten sich derbürgerlichen Laufbahn; wieder Andere verbanden sich sogar mit denwildesten Revolutionären und befleckten sich bei dieser Verbindungmit den größten Verbrechen. Es gab solche unter ihnen (und wirerinnern nur an den Königsmördcr Fouchä), deren Namen allzu-bcrüchtigt sind und die in der öffentlichen Meinung dem Oratoriumsehr schadeten.
So lange würdige Erben der Frömmigkeit und Talente Berulle'ödie Genossenschaft leiteten, zählte sic (um es uns zu wiederholen) inihrem Schoose eine große Anzahl in allen Zweigen menschlichenWissens ausgezeichneter Schriftsteller, förderte nützliche Werke zu Tage,gab dem CleruS ausgezeichnete Bischöfe, den Kanzeln berühmte Rednerz. B. Massillon, der Jugend geschickte und eifrige Lehrer. Und geradein dieser letzter» Rücksicht verdient daS Oratorium genannt zu wer-den; denn diese Geistlichen leiteten viele Erziehungsanstalten, indenen Zucht, Ordnung und der Unterricht lange Zeit gleich trefflichbestellt waren, und Alles darauf hinzielte, die Jugend mit denGrundsätzen der Religion vertrant zu machen, und ihr Liebe zurSittlichkeit und den StandcSpflichtcn cinzuflößcn. Unter diesen Häu-sern war das zu Jnilly, einer alten Abtei in der Diöeesc Meanr, inder Nähe von Paris, daS schönste. Die Wahl der Lehrer und dieAnzahl der Schüler machten eS zu einer der wichtigsten Nieder-lassungen der Priester des Oratoriums und man schickte vertrauens-voll auch aus den entlegensten Provinzen Kinder ans allen Ständendorthin. Uebrigcnö hatte die Kongregation des Oratoriums zu vielegerechte Ansprüche auf die Achtung aller Guten, als daß wir versuchtwerden können, das Andenken an ihre Dienste schwächen zu wollen.Wohl darf man günstig auf eine Gesellschaft zu sprechen seyn, welche