guten Werken, und machte in seiner Vervollkommnung glücklicheFortschritte. Unablässig arbeitete er am Heile der Seelen, besuchtedie Spitäler und Gefängnisse, und bewog durch sein Beispiel undseine Reden auch die klebrigen, ihrem Gotte zu dienen. In dieserAbsicht stiftete er auch in Vereinigung mit mehreren von ihm Bekehrtendie Brüderschaft der heiligen Dreifaltigkeit und überlicjjsich ganz den Hebungen der Frömmigkeit und den Werken derBarmherzigkeit. Er schrieb seiner bald sich mehrenden Gemeindebestimmte religiöse Hebungen vor und versammelte sie je au deinersten Montag eines jeden Monats. Nachdem sich sofort auch vielePersonen aus den höheren Ständen an diesen Verein angeschlosscnhatten, wurde der Plan entworfen und ausgcfuhrt, zu dreitägigerVerpflegung aller armen Pilgrime, welche nach Romkämen, um an den Gräbern der Apostel, Märtyrer undHeiligen zu beten, und oft genöthigt waren, unterfreiem Himmel zu übernachten, ein grosses Hospital zuerbauen. ' Vollendet wurde dieser schöne Bau erst 1558, alsPapst Paul IV. dem Verein die Kirche St. Benedetto (jetzt Drei-einigkeitskirche) geschenkt hatte. Nachdem Neri im Jahre 1551 zumPriester geweiht worden war, zog er sich in die Gemeinschaft derPriester dcS heiligen Hieronymus, welche einen hohen Ruf genoss,zurück, und widmete sich jetzt mit allem Eifer den geistlichen Funk-tionen. Sein Eifer, seine Liebe, seine glückliche Anlage, die Herzender Sünder zu rühren, sein ärmliches, abtödtungS- und mühevollesLeben, sein beharrlicher Eifer im Gebete, machten ihn bald rühm-lichst bekannt. Jctzr ging er mit dem Plane um, die Kongregationdes Oratoriums zu gründen. Er vereinigte daher Priester und jungeGeistliche, welche sich dem Gebete und der Unterweisung deö Volkeswidmen mussten. Einer der ersten Schüler Philipps war der so
' Wie bedeutend diese Stiftung ist, mag der Umstand beweisen, daß imJahre 1000 darin 444,500 Männer und 25,000 Frauen verpflegt, und also imGanzen 2,820,000 Portionen verabreicht wurden. Weniger groß war der Zn-drang im Jnbiläninssahre 1700; dennoch betrug die Zahl der Verpflegte»270,155 Pilger und 85,484 Genesende, indem dieses Hospital zu der nicht ge-nugsam zu preisenden Anstalt mit der Zeit sich eingerichtet hatte, daß alleNeconvalescenten, welche ans andern Spitälern entlasten waren und die sonöthigen Mittel zur völligen Wiederherstellung der Gesundheit entbehrten, darinausgenommen und mit großer Sorgfalt unentgeldlich verpflegt wurden.