General der Jesuiten zum Haupte und wies erdichtete Patente vor,nach deucu der gedachte General einigen Lords nach vollbrachtemMord die höchsten und wichtigsten Aemter und Rollen im Reiche,am Hofe und bei der Armee auftrug. Der gute König und dasParlament glaubten Alles so geschwind und fest, daß die Ncrtheidi-ger schon zum Voraus den Muth verlieren mußten. Man fülltedie Gefängnisse mit Geistlichen und Weltlichen an und säumte auchnicht mit Blutvergießen. Der Gehcimschrciber Langhorn, MilordStafford, zwei Benediktiner und sechs Jesuiten wurden hingerichtetund manche Andere starben in ihren Gefängnissen den Tod desElendes. Alle bethenerten ihre Unschuld: doch die Beklagten mußtensterben und Oates bekam ein schönes Jahrgeld. Endlich aber ent-deckte Jacob II. das Bubenstück, nahm ihm den größten Theil seinerLeibrenten, und ließ ihn lebenslänglich gefangen setzen. Wilhelm III.begnadigte ihn zwar wieder, ohne jedoch seiner Ehre anfhelfcn zukönnen. Dieses ist die Geschichte des so hochansposaunten und denKatholiken fälschlich anfgebnrdeten Hochverraths, an welchen heutekein vernünftiger Mensch mehr glaubt?
Unter Jacob II. genossen die Jesuiten und die Katholiken Ruhe,und die Ersten waren immer die Säulen und Vorkämpfer der Letzter»;aber unter seinem Nachfolger Wilhelm III. trafen beide wieder schwereDrangsale. Das Toleranzpatent (1698) gewährte allen Sektenfreie Rcligionsübung, nur den Socinianern und Katholiken nicht.Bei den härtesten religiösen Beschränkungen war ihnen keine Artgesellschaftlichen Vortheils eingeränmt; gewissenhafte Priester, undbesonders die Jesuiten, entgingen kaum dem Kerker oder Tode, undnicht einmal katholische Schulen durften errichtet werden. Und die-ser barbarische Druck lastete ans der mißhandelten Kirche das ganzeachtzehnte Jahrhundert hindurch. Wie sich aber unter solchen Um-ständen die katholische Religion im brittischen Reiche habe erhalten, auöso tiefer Erniedrigung erheben und noch schönere Zeiten erleben
'Kritische Jesuiten-Geschichte, worin alles aus ächten Quellen kur;hergcleitet: die sogenannte pragmatische Historie des Herr» Professor Harrcubergstark beleuchtet; und zugleich Alles gründlich beantwortet wird, was diesempreiswürdigen Orden von seinem Ursprung an, bis zur gegenwärtigen Zeit istzur Last gelegt worden. Bon einem Liebhaber der Wahrheit. Frankfurt undMainz 1765. S. 336 ff.