Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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konnte er sich doch nicht zur Eingehung einer Ehe verstehen. Eineharte Krankheit überfiel ihn, nnd da er sich von den Acrzten ver-lassen sah, so bat er seinen Vater inständig, er möchte ihm docherlauben, zu geistlichen Mitteln seine Zuflucht zu nehmen. Mitthräncnvollem Auge gab der bekümmerte Vater seine Einwilligung,und der Sohn gelobte, wenn ihm Gott die Gesundheit schenke,wolle er Priester werden, und siehe — er genas! Jm Deccmber 1582cmpfieng er die niederen Weihen und daS Snbdiakonat und am Sams-tage der nächsten Charwoche daö Diakonat, im Deeember aberwurde er zum Priester geweiht. Der Nus von seinen Tugendendrang auch zu dem Bischöfe von Lerida, welcher ihn zu seinemBeichtvater, Theologen und Synodal-Eraminator machte, undihn bei der Visitation des Klosters zu Montserrat als Sekretär mitsich nahm. Nach dem Tode seines Bischofeö verweilte er acht Jahrebei dem Bischof von Nrgel als Official, und war zugleich Pfarrervon Ortoncda. Eine geheime Sehnsucht trieb ihn endlich nach Rom.Fünfzehn Jahre brachte er hier in Andacht, frommen Werken undGebeten zu, besuchte täglich die Stationen der sieben Kirchen undthat dies Nachts, wenn er am Tage daran gehindert worden war.Bald nach seiner Ankunft zu Rom hatte ihn ein Cardinal zu seinemTheologen und zum Gcwissensleitcr seines Neffen gemacht: dabeiwar er Mitglied von vier frommen Brüderschaften, deren Anfor-derungen in Gebet, Fasten und Kasteien er außerordentlich strengbefolgte; ferner predigte er in den Kirchen und auf den Marktplätzenund unterrichtete das Landvolk und die Kinder in den Wahrheitender christlichen Religion. Gerade diese Klasse der Gesellschaft fander in dem trostlosesten Zustande. Lebte sie ja ganz ohne Erziehungdahin, und war so ein Opfer der Unwissenheit und des Aber-glaubens. Es dünkte ihm, als wären die Worte des königlichenPropheten an ihn gerichtet, welcher spricht: „dir ist die Sorge fürdie Armen aufbewahrt, und den Waisen sollst du ein Helfer seyn."Daher miethete er ein Haus bei Sta. Dorothea am Thor Setti-mauia, erthcilte dort allen Kindern des Stadtviertels Unterricht undversorgte sie noch uuentgcldlich mit den dazu nöthigen Materialien.Bald war er nicht mehr im Stande, der täglich sich mehrendenAnzahl der Kinder allein gehörigen Unterricht zu ertheilen, nahm