45
gien, worunter das Clementinische zu Rom für adelige Zöglinge be-soudern Ruhm erlangte; thcilte sich in drei Provinzen (Lombardei,Venedig, Rom), wozu noch eine vierte in Frankreich kam; fandEingang in Oestrcich und hat jetzt seinen Hanptsitz in Rom; außer-dem aber noch Häuser zu Neapel, Venedig und an einigen andernOrten Italiens. Gegenwärtiger Generalvorsteher ist P. De einsLibois. r An manchen Orten wurden mit diesen Kollegien gutfundirte und trefflich verwaltete Hospitäler verbunden. Tie Somas-ker blieben bis heute ihrer Tendenz getreu und erlebten daher we-der besondere Reformen noch Störungen. Ihre Kleidung ist die ge-wöhnliche Tracht der regulirten Kleriker.
4 . Pie regulirten minderen Llcriker (Minorcs); Johann Augustin Adorno,Fra».! und Augustin Carraccioli, ihre Klister. *
Die besonderen Lcbcusumständc des heiligen Stifters JohannAngustinAdo r n o sind uns in keiner khronik ausbewahrt; er begeg-net uns in der Geschichte erst, als er zur Gründung seiner Anstaltaufgefordert wurde. Nur so viel ist gewiß, daß er aus der altenerlauchten genuesischen Familie der Adorno's abstammte. Einstmalswurde er bei seiner Heimreise von dem spanischen Hof zu Valenciavon dem Dominikaner Ludwig Bertrand fußfällig gebeten, einen neuenOrden regulirtcr Kleriker zu stiften. Damals nun konnte er sichmit dem Gedanken, Priester zu werden, noch nicht sehr befreunden.
' Vgl. P. Karl vom heil. Aloys ic. S. 606.
> Diese Congregatiou zeichnet sich dadurch aus, daß sie, da sie unmöglichihren Ursprung über das Ende des sechzehnten Jahrhunderts znrückdatirenkann, wenigstens 350 Jahre vor ihrem Entstehen von dem Abte Joachim pro-phezeit worden sehn will. Dieser habe nämlich von ihrem Orden reden wollen, wenner in seinen Erklärungen der Apokalypse sagt: „8urxet enim ordo, gui vidoturnovus et non est, induli ni^ris vestibus et aceincli desuper ronn" (Es wirdsich ein Orden erheben, der neu zu sehn scheint, es aber nicht ist, dessen Gliederangethan sind mit schwarzen Kleidern und mit einem Gürtel um die Lenden).Dieser Prophezeiung pflegt man aber ebenso wenig Glauben beizumeffen, alsder des heil. Aemilian, eines Priesters , der, wie man vergibt, um das sechsteJahrhundert in Spanien lebte. Er soll sich im Geiste den Superioren deskünftigen Ordens der mindern regulirten Cleriker empfohlen und sie gebetenhaben, ihn unter sie anfznnehmen, weßwegen sie auch diesen Heiligen mit ihrerKleidung angethan abbilden. Aehnlich verhält es sich mit manchen Orden,welche älter seyn wollen, als sie es der Geschichte gemäß wirklich sind.