Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
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Rochuskirche, nahm darin so Viele auf, als es fassen konnte undward ihnen der zärtlichste Vater und liebevollste Lehrer. Bald ver-banden sich mehrere seiner Freunde mit ihm zu gleichem Zwecke.Er selbst reiste schon im Jahre 1531 nach Verona, und durch seineVermittelung wurde von den Bürgern dieser Stadt, welche er inden Hauptwahrheiten der Religion unterrichtete, ein Hospital er-baut. Von, hieraus wandte er sich nach Breseia, wo er ein zweitesWaisenhaus stiftete. Von Brescia ging Acmilian nach Bergamo.Die Zeit der Acrnte war gekommen; allein das meiste Getraidekonnte aus Mangel an Schnittern nicht eingeheimst werden, undnur die Reichen füllten ihre Scheunen. Aemilian achtete die großeSommerhitze nicht, ging selbst auf das Feld und schnitt das Ge-traide derer, welche durch Krankheit oder Armuth verhindert waren,es selbst zu thun, oder durch Andere thun zu lassen. Einige stronnnePersonen unterstützten ihn dabei kräftigst. Nachdem er so seineLiebe auf dem Felde gezeigt hatte, kehrte er in die Stadt zurück, woer zwei Häuser, eines für männliche und eines für weibliche Wai-sen, errichtete. Er wollte die Krankheit seiner Zeit mit der Wurzelausrottcn; daher gründete er in derselben Stadt noch ein drittesHaus zur Aufnahme und Besserung unsittlicher Frauen und Mädchen.

Bis jetzt hatten sich nur Laien mit Acmilian verbunden gehabt.Aber nach Errichtung der Häuser zu Bergamo schlossen sich auchzwei gottselige Priester, Alexander Bezulio und Augustin Bariso,nachdem sie ihr beträchtliches Vermögen unter die Armen verthcilthatten, an Aemilian an. Zn Cvmo gelang es ihnen durch dieVerbindung mit dem reichen Bernard Odesealchi noch zwei weitereHäuser zu errichten. So war allmählig eine Congregation vongleichgesinnten Männern entstanden.

Nunmehr versammelte Acmilian seine Mitbrüdcr, um sich zu be-rathschlagen, welches Haus das Haupt ihrer Congregation bildensollte. Keines der bestehenden gefiel, indem man dasselbe an einenabgelegenen Ort verlegt wünschte, welcher denen, die zur Congregationtreten wollten, zur Pflanzschule diene» sollte. Das einsame Somascozwischen Bergamo und Mailand wählten sie daher zu ihrem klöster-liche» Leben. Hier schrieb Aemilian die ersten Regeln zur Aufrecht-haltung seiner Congregation. Armuth ließ sich weder in Geräth-