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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
135
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Li« Menschen als zur Weisheit gehörig unsehe»/ undfür sich auswähle»/ mannigfaltig nnd verschiedenartigsind? Wenn du dieses glaubest/ wirst du auch über dieEinheit dc-s Sonnenlichtes im Zweifel seyN/ zumal dieGegenstände mannigfaltig und vielartig sind/ welche wirin demselben erblicken. Von diesen mannigfaltigen Ge-genständen wählt sich jeder einen auS/ an dem sich seineAugen belustigen mögen. Der Eine sicht gern die Höheder Berge / und erfreut sich an ihrem Anblick; der An-dcre eine flache Ebene; der Dritte die Krümmungender Thälcr; ein Vierter die Grüne der Wälder/ undein Fünfter die gleichmäßige Bewegung des Meeres;Einige erfreut mehr die Anschauung aller dieser/ oderdoch wenigstens einiger dieser Dinge zugleich. Wie alsoviele nnd verschiedene Dinge in demselben Lichte derSonne geschaut/ und zum beliebigen Genüsse eines' jedenMenschen eigens herauSgchobcn werden / ohne deßwegendie Einheit des LichteS/ in welchem diese Dinge ge-schaut/ oder der Anblick des Schauenden/ der/ beson-dern Genusses wegen/ auf denselben verweilet/ zu stören;so kann auch selbst das Licht der Weisheit/ in welchemalle Wahrheiten geschaut werde»/ für alle Weisen ohneUnterschied dasselbe seyi,/ wenn schon viele und verschie-denartige Dinge sind/ in Bezug auf welche Jedem einebeliebige Auswahl cingcräumet wird/ um etwas zu er-fassen und anzuschauen/ worinn er wirklich und wahr-haft den Genuß seines höchsten Gutes gegründet glaubt.