ein/ so oft der Weg eingcschlagen wird/ welcher nichtzum gewünschten Ziele führet. Je mehr aber ein Menschauf seiner Lebensbahn sich verirret/ desto weniger weiseist er/ weil um so weiter von der Wahrheit entfernet/in welcher einzig das höchste Gut geschaut und genossenwird. Wer aber das höchste Gut erreicht und erhaltenhat/ ist im Genüsse der Seligkeit/ welche ohne Wider-rede Alle wünschen. Wenn wir aber den Genuß derSeligkeit uns wünschen/ müssen wir zugleich auch wün-schen weise zu werde«/ zumal Keiner ohne Weisheit dieSeligkeit erlanget. Keiner ist ja selig/ ausser durchden Genuß des höchsten Gutes/ welches nur in jenerWahrheit/ die wir Weisheit heißen/ geschaut und ge-nossen wird. Wie aber / bevor wir selig werden können/die Idee der Seligkeit unserer Seele cingcprsigt werdenmuß / zumal nur in der Anschauung dieser Idee dasentschiedene und unbedingte Verlangen nach Seligkeitgegründet scyn kann/ so müssen wir auch/ che wir weisesind / die Idee der Weisheit inne haben / weil wir nurvermittels derselben auf die Frage / ob wir nach Weis-heit verlangen/ eine klare und bestimmte Antwort zugeben vermögen. Wenn uns demnach die Idee derWeisheit bekannt ist / ohne daß deshalb in Worten wirsie auszusprechen vermögen; denn wofern sie auf keineWeise deiner Seele vorschwebte/ könntest du unmöglichwissen / was du doch meines Erachtens sicher zu wissenbehauptest> ncmlich / daß du nicht nur weise zu werden
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