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„Bürger des römischen Reichs, eure Beschwerden, vonUnruhestiftern aufgestachelt, Huben das Ohr eures Kaisers er-reicht; ihr selbst sollt Zeuge» sein, wie er den Wünschen sei-nes Volks zu genügen vermag. Auf euren Wunsch und voreuren Augen soll die erloschene Sehkraft wieder belebt wer-den — und der, welcher bisher darauf beschränkt war, sichmit seinen eigenen Bedürfnissen 'zu beschäftigen, soll, wenner es wünscht, eine große Provinz oder Antheil am Reicheerhalten. Die politische Eifersucht, die schwerer zur Erkennt-niß kommt als der Blinde zum Sehen, soll sich durch dieväterliche Liebe des Kaisers zu seinem Volk und durch seinBestreben, dasselbe zufrieden zu stellen, für überwunden be-kennen. Ursel, euer Liebling, der so lang für todt, wenigstensfür blind galt, ist euch wiedergegeben in guter Gesundheit,sehend und mit jeder Fähigkeit begabt, die Gunst des Kaisersund die Liebe des Volks zu gewinnen."
Als der Herold so gesprochen hatte, trat eine Gestalt, diebisher hinter einigen Dienern des Pallastes versteckt gewesenmar, hervor, und als sie ein dunkles Gewand, in das sie ge-hüllt war, weggeworfen hatte, erschien sie in einem Sckarlach-kleide, während Aermel und Halbstiefel die Zierden trugen,die einen der kaiserlichen Würde benachbarten Rang ankün-digten. Die Gestalt hielt den silbernen Cvmmandostav derunsterbliche» Leibwache, und indem sie vor dem Kaiser nieder-kniete, gab sie demselben zum Zeichen der Verzichtleistung denStab in die Hand zurück. Die ganze Versammlung war beidem Erscheinen eines Mannes durchbebt, den man so langefür todt oder geblendet gehalten hatte. Einige erkannten denMann, dessen Gestalt und Gesicht nicht leicht zu vergessenwar, und wünschten ihm Glück zur Rückkehr in den Dienstdes Landes. Andere standen verwundert da, nicht wissend, obGraf Robert in. 10