führte. Dieser großartige Wasserbehälter war theils durch Ha-fendämme begränzt, wo große Schiffe ihre Fracht ausluden,während kleinere Fahrzeuge am Ufer die sonderbar geformtenschneeweißen Tücher flattern ließen, die ihnen als Segel dien-ten; theils war das goldene Horn von grünen Bäumen um-säumt, wo die Gärten der Reichen und Vornehmen und dieöffentlichen Erholungsplähe zusammentrafen.
Auf dem Bospborus, den man in der Ferne sah, lagdie kleine Flotte Tankreks, wo sie in der Nacht die Ankergeworfen halte: denn ihr Führer halte in der Narbt nichtlanden wollen, da es zweifelhaft war, ob man ihn als Freundoder Feind empfangen würde. Dies Zaudern hatte jedochden Griechen Gelegenheit verschafft, entweder auf den Befehldes Alexius oder auf den gleicbmächtigen Befehl eines derVerschwvrnen sechs vollständig bemannte und bewaffnete Kriegs-schiffe gerade da vor Anker zu legen, wo die Schaar Tankredsnothwendig landen mußte.
Diese Anstalten überrasbten den tapferen Tankred, dernichts davon Tvußte, daß diese Schiffe am verwichenen Abendvon Lemnvs eingelaufen waren. Der Heldenmut!, dieses Für-sten wurde jedoch bei dem Anblick dieser unerwarteten Gefahrkeineswegs erschüttert.
Diese prächtige Aussicht, von deren Beschreibung wirgewissermaßen abgekvmmen sind, wurde von den, Arzt undUrsel auf einem der höchsten Balcone des BlachernäpallasteSgenossen.
Kaum hatte Ursel nach der Hafenseite hingeblickt, als ervon dem Rand deS BalcvnS erschrocken zurückfuhr und aus-rief: ,,Rettet mich — rettet mich, wenn Ihr nicht wirklich dieVollstrecker des kaiserlichen Willens seid!"
„Das sind wir in der Thal," sagte Douban, „und zwar.