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meinen Kerker übergoldet, um mir den letzten Funken vonVernunft zu rauben, und mich dann aus dem irdischen Kerkerin die Holle selbst hinabzustvßen."
„Sein Geist ist etwas verstört," dachte der Arzt, „wasoft die Folge einer langen Gefangenschaft ist. Es sollte michwundern," war sein weiterer Gedanke, „wenn er dem Kaisernach einer so harten Gefangenschaft einen vernünftigen Dienstzu leisten jm Stande wäre. — Du glaubst also," fuhr er, sichan den Kranken wendend, fort, „daß deine Befreiung vonder letzten Nacht, die Bäder und Stärkungen nichts als einTraum ohne Wirklichkeit waren?"
„Ach — waS sonst?" antwortete Ursel.
„Und daß, wenn'wir dich ermuntern, dich zu erheben, wires darauf ablegen, dich zu einem noch elenderen Zustand, alsdein früherer war, erwachen zu lassen?"
„Gerade das," versetzte der Kranke.
„Was denkst Lu denn von dem Kaiser, auf dessen Befehldu so hart gefangen gesetzt wurdest?"
Vielleicht wünschte Douban, diese Frage nicht gethan zuhaben: denn in dem Augenblick, wo er sie that, ging dieThüre auf, und der Kaiser trat ein, seine Tochter führend,die einfach, aber standesgemäß gekleidet war. Sie trug einweißes Gewand, eine Art von Trauerkleid, und ihr einzigerSchmuck war eine Diamantenschnur, welche die schwarzenZopfe umschlang, die ihr bis zu den Hüsten herabfielen. Fastzum Tod erschrocken war sie von ihrem Vater in der Gesell-schaft ihres Gemahls und ihrer Mutter überrascht worden,und die nämliche Donnerstimme hatte den Cäsar als Verrätherunter die strenge Aufsicht einer Wache von Warägern gestellt,und ihr befohlen, ihrem Vater nach dem Schlafzimmer Ursel'szu folgen, wo sie nun stand, entschlossen, an dem sinkenden