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„Tochter," sagte der mit einer Härte, die ihm nicht eigen-thümlich war, und mit einem Ernst, den er streng beibehielt,statt an der Betrübniß seiner Tochter Theil zu nehmen, „dadu den albernen Thoren, mit den, du verheirathet bist, wohlverhindern möchtest, sich öffentlich als ein undankberes, ver-rätherisches Ungeheuer zu zeigen, so wirst du nicht verfehlen,ihn zur Unterwerfung, zum Nachsuchen der Verzeihung undzum offenen Eingesiändniß seiner Verbrechen zu bewegen,oder, ich schwör's bei meiner Krone, er soll des Todes ster-ben! Auch werde ich keinem anderen verzeihen, der, dies Ur-theil tadelnd, sich unter die Fahne des Aufruhrs stellen würde,die mein undankbarer Schwiegersohn aufgepflanzt hat."
„Was verlangt Ihr von mir, mein Vater?" sagte diePrinzessin. „Wollt Ihr, daß ich meine eigenen Hände in dasBlut dieses Unglücklichen tauche, oder sucht Ihr eine nochblutigere Rache, als die ist, welche die alten Götter gegenVerbrecher verhängten, die sich wider ihre Macht auflehnten?"
„Glaube das nicht, meine Tochter!" sagte der Kaiser;„sondern bedenke lieber, daß dir mein Vaterherz hier dieletzte Gelegenheit bietet, den albernen Thoren, deinen Ge-mahl, vom Tode zu retten, Len er so vielfach verdient hat."
„Mein Vater," sagte die Prinzessin, „Gott weiß es, daßich auf Eure Gefahr das Leben des Nicephorus nickt erkaufenmöchte; aber er ist der Vater meiner Kinder, wiewohl sienicht mehr sind, und Frauen können ein solches Band nichtvergessen, auch wenn es vom Schicksal zerrissen worden ist.Vergönnt mir nur die Hoffnung, daß der unglückliche Verbre-cher Gelegenheit haben soll, seine Fehler wieder gut zu ma-chen; auch soll es gewiß, glaubt mir, meine Schuld nicht sein,wenn er die verrätherischen und unnatürlichen Umtriebe fort-setzt, die gegenwärtig sein Leben in Gefahr bringen."