150
um einen solchen Gewinn z» kühn? Und wo wäre der, dereS nicht fühlte, daß sein einnull gezogenes Schwert nicht mehrin die Scheide gesteckt werden dürfte ohne Las stolze Bewußt-sein — was ich nickt gewonnen habe, habe ich doch verdient!"
„Ihr seht, meine Dame," sagte Agelastes, der den Ein-druck, welche» diese Rede des Casars gemacht hatte, mit einerpassenden Bemerkung begleiten wollte, — „Ihr >eht, daß dasFeuer des Ritterthums so hell in dem Herzen der Griechenbrennt wie in dem der abendländischen Völker "
„Ja," antwortete Brenhilda, „und ich habe von der be-rühmten Belagerung von Troja gehört, wo eine feige Memmedas Weib eines wackeren Mannes entführte, jeden Zweikampfmit dem gekränkten Ehemann mied, den Tod feiner zahlrei-chen Brüder und die Zerstörung seiner Geburtsstatt und allerihrer Reickthümer verursachte, und selbst den Tod eines elen-den Feiglings starb, nur von seiner »ichtswürdigen Buhlerinbeklagt — das zeigt, wie sich Eure Vorfahren aufs Nitter-thum verstanden haben."
„Ihr irrt Euch, edle Dame," sagte der Cäsar; „Pariswar ein wollüstiger Asiake; der Muth der Griechen war es,der seine Verbrechen roch,"
„Ihr seid gelahrt, Herr," sagte die Dame; „aber ich werdeEuren Worten nicht eher glauben, bis Ihr mir einen griechi-schen Ritter zeigt, der ohne Zittern den Helmschmuck meinesGemahls betrachten kann."
„Fürwahr, das wäre nicht schwer," erwiederte der Cäsar;„wenn man mir nicht geschmeichelt hat, so kann ich besserenMännern im Kampfe stehen als dem, der so unbegreiflicherWeife der Dame Brenhilda vermählt worden ist "
„Das wird sich bald zeigen," antwortete die Gräfin, „Ihrkönnt wohl nicht läugnen, daß mein Gemahl, Lurch irgend