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Gewiß ist's, wir sind dem Alerius keinen Lehenseid schuldig,und wir dachten an so waS gar nicht, als wir gelobten, nachAsien zu ziehen. Wir sind gekommen, weil wir erfahren hat-ten, das heilige Land sei von Heiden, Saracenen, Türkenund anderen Ungläubigen dem griechischen Kaiser entrissenworden, und wir wollen es denselben wieder abgewinnen.Die Besten und Weisesten von uns haben es aber für nöthigerachtet, die Gewalt des Kaisers anzuerkennen, weil sie daszur Beförderung unseres Unternehmens und zur Verhütungvon Streit zwischen christlichen Mächten an, dienlichsten hiel-ten. Wir, obgleich wir unabhängig von jedem irdischen Kö-nige sind, wollen über kiese großen Männer nicht hinaus sein,und haben uns darum auch zu der Huldigung verstanden."
Die Kaiserin wurde einigemal vor Unwillen roth währenddieser Rede, die an mehreren Stellen den empfindlichen grie-chischen Hofton verletzte und von LeS Kaisers Macht nichtmit großer Ehrfurcht sprach. Aber Irene war von ihrem Ge-mahl gewarnt worden, sich nicht mit den Kreuzfahrern inStreit einzulassen, die, wiewohl sie die Huldigung leisteten,dennoch viel zu reizbar blieben, als daß sich's mit ihnen guthätte streiten lassen. Demnach verbeugte sie sich huldvoll ge-gen den Grafen, gleich als ob sie die derbe Sprache desselbenkaum verstanden hätte.
In diesem 'Augenblick schienen sich die Hauptpersonen vonbeiden Seiten eine lebhaft« Aufmerksamkeit zu schenken; offen-bar wünschten sie, sich näher kennen zu lernen, fühlten aberdie Schwierigkeit, diesen Wunsch zu erkennen zu geben.
Agelastes — um mit dem Hausherrn zu beginnen — hattesich vom Boden erhoben, ohne jedoch eine aufrechte Stellunganzunehmen; er stand vor den kaiserlichen Damen mit ge-beugtem Leib und Kopf, die Hand vor das Gesicht haltend