gegeben habe, daher man sich bisher auch immer Wohl gehütet, durchErtheilung eines solchen Titels an das Kurhaus Brandenburg dessenRaub zu autorisireu. Das sei bis jetzt noch des Ordens einzigerTrost gewesen. „Deshalb ist mir und dem Orden, fährt der Mei-ster fort, die kaiserliche Resolution auch um so mehr unvermuthetgekommen, als man es sich niemals in Sinn und Gedanken hatkommen lassen, daß Ihre kaiserliche Majestät, als welche jeder Zeitden hohen Orden in Dero höchste Protection und Schutz genommenund bisher erhalten, wie Dieselbe auch durch Ihre Gesandten nochbei meiner Wahl solche Zusicherungen hat thun lassen, zu so baldigerBetrübnis; in einer dermaßen wichtigen und des Ordens höchstesKleinod betreffenden Angelegenheit etwas so Widriges habe statuirenkönnen, ehe man die hierbei so merklich interessirte Partei wenigstensgehört und vernommen hätte." Da nun aber die Sache ohneZweifel durch heimlich geführte und schon längst darauf abzielendekurbrandenbnrgische Unterhandlungen betrieben worden und bevorman davon die geringste Kenntnis; erhalten, „erschnellt sei," so werdedie Kaiserin selbst ermessen, „wie höchst empfindlich und schmerz-haft mir fallen mußte, daß, da eben der Orden bei meiner Wahlein sonderliches allerunterthänigstes Vertrauen ans die allerhöchstekaiserliche Protection gesetzt, gleich im Anfang meiner Regierungein so großes Beschwernis; derselben zngefügt, wie auch mir einunablöschliches Blama bei dem ganzen Orden bleiben würde, daßunter meiner Direction demselben ein so großes Kleinod wäre ent-zogen worden, zu geschweigen, was hieraus nicht allein bei denOrdensgenossen für Discurse, sondern auch bei andern Reichsglie-dern, besonders bei den Stiftern für nachtheilige Urtheile hervor-gehen werden." Kur-Brandenburg werde zwar ohne Zweifel dieSache als unbedeutend dargestellt haben, so daß der Kaiser gedachthaben möge, sie werde für den Orden durch die hinzugefügten Worte:„daß dieß dem hohen Orden an seinen Rechten unabbrüchig seinsolle," kein sonderliches Bedenken haben.' Allein sie verhalte sichganz anders. Es sei mit diesem so lange gesuchten Titel haupt-sächlich auf die Autorisirung und Behauptung der widerrechtlichenBrandenburgischen Invasion und des bisherigen unbefugten, gewalt-thätigen Besitzes angesehen, um den Orden künftig von seinen Rech-ten und selbst auch von dem Titel ganz und gar zu verdrängen.„Ich kann mich, sagt der Meister, in die Sache um so wenigerfinden, da sie zugleich eine die katholische Religion und deren Empor-
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