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2 (1859)
Entstehung
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geöffnet. Um dem Vordringen dieser feindlichen Macht mit allerKraft entgegenzutreten, hatte der Kaiser den tapfern und kriegser-fahrenen Markgrafen Ludwig von Baden aus Ungarn, wo er bis-her an der Spitze der kaiserlichen Truppen gestanden, in größterEile herbeigerufen und ihm die Führung des Reichsheers über-tragen. An ihn richtete er nun ein Schreiben in Betreff des Or-dens: Der Deutschmeister habe sich mit Recht beschwert, daß seinMeisterthum, wiewohl es ohnedieß schon in seinem Matricular-Con-tingcnt höher als andere Reichsstände veranschlagt und im vorigenKriege vom Feind hart mitgenommen sei, dennoch von Jahr zu Jahrimmer schwerer belastet und somit in völlige Armuth niedergedrücktwerde. Weil er jetzt aber sehr besorge, daß bei der eben bevor-stehenden Kriegsunternehmung die schon sehr verarmten Unterthanenseines MeisterthumS ganz zu Grunde gerichtet werden würden, wennman sie nicht von Einquartierungen, Durchmärschen und anderndergleichen Kriegsbeschwerden verschone, so habe er gebeten, deshalbden uöthigen Befehl ergehen zu lassen. Er wolle hierin aber gern,fügt der Kaiser hinzu, des Meisters Bitte so viel möglich willfahrenund dessen Unterthanen die nachgesuchte Erleichterung gönnen; derMarkgraf möge daher das Weitere verordnen und dafür sorgen,daß sie so viel nur immer möglich von den erwähnten Kriegslastenbefreit blieben ').

Im Jahre darauf (1694) war am 1. Februar der Bischofvon Lüttich Johann Ludwig von Elderen gestorben. Wie erwähnt,hatte neben dem Erzbischof von Köln auch der Deutschmeister Aus-sicht, die dortige bischöfliche Würde zu erhalten. Dieß bewog ihn,sich selbst im April nach Lüttich zu begeben, um durch persönlichenEinfluß seine Wahl zu fördern. Kaum aber dort angelangt, über-fiel ihn eine sehr heftige Fieberkrankheit, aus der er nicht wiedergenesen konnte. Er erlag ihr am 4. Mai 1694 in seinem kräftig-sten Lebensalter *), denn er zählte noch nicht ganz 34 Jahre. SeineLeiche ward nach Düsseldorf gebracht und in der dortigen Kircheder Jesuiten beigesetzt. Man kann nicht sagen, daß er in den zehnJahren seines Meisteramteö Bedeutendes für den Orden bewirkt,wohl aber daß er stets und mit rastlosem Eifer bestrebt gewesen,

') Schreiben des Kaisers an den Markgrafen Ludwig von Baden, dat. Wien21. März 1693 im Reichs-Archiv zu Wien.

Os IV al RsLÜeroli. II. 326. Bachem 61.