Druckschrift 
2 (1859)
Entstehung
Seite
350
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kaiserlicher Feldmarschall, einer der ausgezeichnetsten Heerführer '),über die wegen seines Feldinarschalldienstes seiner Ballei von dennaheliegenden Französischen Kriegsvölkern angedrohten Gefahren durchRaub und Verheerung überbringen ließ. Der Deutschmeister brachtedie Sache zur Berathnng. Der Vorschlag, man möge den riand-komthur bewegen, entweder sein Landkomthur-Amt oder seinen Kriegs-dienst anfzugeben, fand im Kapitel keinen Beifall, weil man meinte,die Franzosen würden weder das Eine noch das Andere beachtenund sich der Ballei ebenso bemächtigen, wie es bereits mit desDeutschmeisters Kammerhäusern am Rhein, zu Kron-Weißenburg,Speier und Mainz geschehen sei. Man beschloß daher, den tüch-tigen KriegSmann dem kaiserlichen Dienst nicht zu entziehen undlieber vorerst die Ballei ihrem Schicksal zu überlassen *). Selbstaus des Meisters Residenz zu Mergentheim kamen ihm betrübendeBerichte zu. Wegen seiner häufigen Abwesenheit hatte er dort mitder Führung der Geschäfte den Ordensritter Hans Bernhard vonMetternich als Statthalter betraut. Es herrschte aber zwischendiesem und den dortigen Verwaltungsräthen schon seit langer Zeitunaufhörlich so viel Hader und Streit, daß der Statthalter endlichgenöthigt war, um Entlassung aus seinem Amte zu bitten. DerMeister fand auch selbst, um dem weitern Verfall seines ohnedießschon sehr zerrütteten Meisterthums vorzubeugen, eine Aenderungrathsam und ernannte an des Entlassenen Stelle den Landkomthurvon Franken Georg Wilhelm von Elkershausen (Elrichshausen) zumStatthalter, setzte ihm jedoch zur Führung der Ballei-Geschäfte nocheinen Bice-Statthalter zur Seite °).

Sofort schon nach einigen Wochen stand der Deutschmeisterwieder an der Spitze einer neuen, schnell gesammelten Kriegsmacht.Wir finden ihn zuerst mit Gallas vereinigt mit einer beträchtlichenReiterschaar in Bayern, wo er, auf des Kurfürsten dringende

') Ueber seine wichtige Stellung und Theilnahme an den Kriegsereignissenvgl. Barthold II. 514 ff. Nach Kolloider 157 wohnte er schon im Jahre1631, bevor er noch Ordensritter war, als Bayerischer Oberst über 2000 MannFußvolk der Schlacht bei Leipzig bei und vertheidigte dann Wolfenbiiltcl. ImJahre 1632 war er in den Orden getreten. Ueber seine Kriegszüge bis zumJahre 1639 Mehres bei Kollrillsr 157—160.

0 Kapitel-Verhandl. Fol. 441.

') Kapitel-Verbandl. Fol. 437. 438. Der Deutschmeister zeigte dieß demKapitel nur an und zwar wie er ausdrücklich hinzusügt, ,,srei und ohne Prä-judiz seiner freien Disposition.--