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2 (1859)
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348
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Man beschloß demnach ans des Meisters Antrag ein Regimentvon 6 Compagnien Kürassiere, 4 Compagnien Arquebusire und2 Compagnien Dragoner, jede zu hundert Mann zu errichten. DerMeister hoffte, beim Kaiser zu bewirken, daß dieses Regiment unterseinem ausschließlichen Heerbefehl stehen und die höheren Commando-stellen, als die des Obersten, des Oberstlieutenants, des Oberstwach -meisters, der Rittmeister und Cornete nur mit Ordensrittern besetztwerden sollten ').

Hierauf ging man im Kapitel zur Berathung über die dama-ligen Verhältnisse der Ballei Thüringen über. Herzog Albrecht vonSachsen, der bisherige Statthalter im Landkomthuramt, war gegenEnde des I. 1644 gestorben. Um die dortigen Ordenöhäuser, zudenen zur Zeit noch Zwetzen, Liebstädt, Leesten und Nägelstädt ge-hörten, nebst ihren Gütern und Unterthaneu unter den stürmischenKriegsunruhen vor Verlusten und Schaden zu schützen, hatte HerzogWilhelm von Sachsen-Weimar, Albrechts Bruder, sie alsbald unterseine Aufsicht und Obhut genommen und vorläufig besetzen lassen.Er kam jedoch nach einiger Zeit bei dem Deutschmeister mit derBitte ein: man möge die Statthalterschaft in der Ballei auf seinenältesten Sohn, den siungen Prinzen Johann Ernst übertragen undder Meister fand auch kein Bedenken, ihm dazu beim nächsten Or-denskapitel ziemlich sichere Aussichten zu eröffnen. Der KurfürstJohann Georg von Sachsen aber, der immer noch gewisse Anrechtedes Kurhauses an die Ballei aufrecht hielt, erließ bald darauf anden Deutschmeister das Gesuch, das erledigte Statthalteramt inThüringen seinem jüngsten Sohne, dem Herzog Moritz anzuver-trauen. Der Meister entschuldigte sich nun zwar mit der dem HerzogWilhelm bereits gegebenen Zusicherung, allein der Kurfürst wieder-holte sein Verlangen auf eine so ernste und entschiedene Weise, daßder Meister für nöthig fand, die Sache dem Kapitel zur Berathungund Entscheidung vorzulegen. Ihre Wichtigkeit, erklärte er, erfor-dere zwar eine sorgfältige Verhandlung in einem General-Kapitel;weil man indeß in des Kurfürsten Schreiben die Worte finde: „erwolle sich der Ballei für seinen Sohn bemächtigen, sei es mit Lieboder Unlieb," so rathe er, seinem Verlangen zu des Ordens Glimpf

') Kapitel-Verhandl. Fol. 434—437 im R.-Archiv zu Stuttgart. Ernanntwurden: zum Obersten Johann Ludwig von Löwenstein, Komthnr zu Laibach,zum Obcrstlicutenant August Oswald von Lichtenstein, Statthalter zu Freuden-thal; die Besetzung der übrigen Stellen wurde noch Vorbehalten.